Die Lage auf der koreanischen Halbinsel spitzte sich zuletzt weiter zu. Am Freitag hatten Schießübungen Alarm ausgelöst. Nun feuert Nordkoreas Militär erneut Artilleriegeschosse nahe der Seegrenze ab.
Südkorea: Nordkorea setzt Artillerieübungen fort

Laut Südkorea hat das Militär Nordkoreas zum zweiten Tag in Folge Artilleriegeschosse in der Nähe der umstrittenen Seegrenze zwischen beiden Ländern abgefeuert. Der Generalstab in Seoul teilte mit, dass etwa 60 Granaten am Samstag von der Westküste Nordkoreas ins Meer geschossen wurden. Berichten zufolge fielen sie erneut in eine militärische Pufferzone im Gelben Meer.
Südkoreas oberste Kommandostelle warf dem weithin abgeschotteten Nachbarn vor, die Spannungen zu verschärfen: «Wir warnen Nordkorea mit Nachdruck vor weiterem Artilleriefeuer in der maritimen Pufferzone.»
Am Freitag wurden Artillerieübungen in dem Grenzgebiet von beiden Ländern durchgeführt. Südkoreas Militär reagierte auf den Abschuss von etwa 200 Granaten durch Nordkorea mit Schießübungen auf zwei grenznahen Inseln. Später erklärte Nordkorea, dass ihre eigenen Übungen eine Reaktion auf das Artillerietraining Südkoreas an der Landesgrenze in den vergangenen Tagen waren.
Die Bewohner von Yeonpyeong und Baengnyeong, südkoreanischen Inseln, wurden aufgefordert, sich aufgrund des nordkoreanischen Artilleriefeuers in Schutzräume zu begeben. Im Jahr 2010 wurde Yeonpyeong von der nordkoreanischen Artillerie angegriffen.
Schauplatz von Gefechten
In der Vergangenheit hat es wiederholt Kämpfe zwischen Kriegsschiffen beider Länder in der Gegend um die Seegrenze gegeben. Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie (NLL), die nach dem Korea-Krieg (1950-53) einseitig von einem UN-Kommando gezogen wurde, nicht an.
Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen seit einiger Zeit wieder zu. Nordkorea hat im Jahr 2022 nach einer beispiellosen Raketentestserie auch im vergangenen Jahr mehrfach atomwaffenfähige Raketen getestet, was gegen UN-Verbotsbeschlüsse verstößt. Die USA und Südkorea haben ihre gemeinsamen Militärübungen erweitert.








