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Taliban erhöhen Druck auf Deutschland – Abschiebeflug nach Afghanistan überraschend gestoppt

Brisante Entwicklungen bei den Afghanistan-Abschiebungen: Ein bereits geplanter Abschiebeflug aus Deutschland wurde kurzfristig abgesagt. Hintergrund soll ein Machtpoker der Taliban sein, die offenbar weitere diplomatische Zugeständnisse fordern.

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Foto: depositphotos

Taliban setzen Bundesregierung unter Druck

Die Taliban verschärfen offenbar ihren Kurs gegenüber Deutschland. Nach Informationen aus Regierungskreisen wurde ein bereits vorbereiteter Abschiebeflug nach Afghanistan kurzfristig ausgesetzt. Grund dafür sollen Forderungen der Taliban sein, ihren diplomatischen Einfluss in Deutschland und Europa weiter auszubauen.

Demnach verlangen die Machthaber in Kabul zusätzliche diplomatische Vertretungen und mehr Befugnisse für ihre bereits entsandten Vertreter.

Abschiebungen werden zum politischen Druckmittel

Seit Monaten arbeitet die Bundesregierung daran, Abschiebungen nach Afghanistan wieder regelmäßig durchzuführen. Dafür wurden die Kontakte zu Taliban-Vertretern deutlich intensiviert. Ziel war es, insbesondere verurteilte Straftäter und Gefährder schneller in ihr Herkunftsland zurückzuführen.

Die Taliban nutzen diese Zusammenarbeit laut Recherchen nun offenbar als Hebel, um politische Forderungen durchzusetzen.

Deutschland spielt Schlüsselrolle in Europa

Deutschland nimmt innerhalb Europas eine besondere Rolle ein. Als einziges EU-Land haben die Taliban bereits eigene Konsularvertreter nach Deutschland entsandt. Auch in Norwegen gibt es entsprechende Vertreter. Die islamistische Regierung in Kabul möchte dieses Modell offenbar auf weitere europäische Staaten ausweiten.

Beobachter sehen darin einen Versuch der Taliban, ihre internationale Anerkennung schrittweise auszubauen.

Heikle Kontakte bleiben umstritten

Die Zusammenarbeit mit den Taliban wird seit Langem kontrovers diskutiert. Offiziell erkennt die Bundesregierung die Taliban-Regierung nicht an. Gleichzeitig laufen jedoch Gespräche über Abschiebungen und konsularische Fragen.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Kontakte scharf und verweisen auf die weiterhin schwierige Lage in Afghanistan, insbesondere für Frauen und politische Gegner der Taliban.

Unklar, wann der nächste Flug startet

Der vorerst gestoppte Abschiebeflug zeigt, wie kompliziert die Verhandlungen inzwischen geworden sind. Wann die nächste Rückführung stattfinden kann, ist derzeit offen. Hinter den Kulissen laufen die Gespräche offenbar weiter.

Für die Bundesregierung wird die Frage nach weiteren Abschiebungen zunehmend zu einem politischen Balanceakt zwischen Sicherheitsinteressen, Migrationspolitik und dem Umgang mit dem international isolierten Taliban-Regime.

TS
Quellen: Tagesschau.de