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Tausende bei Trauerzeremonie für Hanija in Teheran

Bestattet wird er in seiner Wahlheimat Katar. Vorher aber veranstaltet Irans Führung in Teheran eine Trauerzeremonie für den in der iranischen Hauptstadt getöteten Hamas-Auslandschef Hanija.

Der Iran veranstaltet eine Trauerzeremonie für den in Teheran getöteten Hamas-Auslandschef Hanija. (Archivbild)
Foto: Marwan Naamani/dpa

In Teheran, der Hauptstadt des Irans, beteiligen sich Tausende von Menschen an der staatlich organisierten Trauerfeier für den ermordeten politischen Führer der islamistischen Hamas, Ismail Hanija. Die gesamte politische Elite des Irans war anwesend, darunter der oberste Führer Ajatollah Chamenei und der neue Präsident Massud Peseschkian. Chamenei hielt ein Totengebet vor Hanijas Sarg.

Mit Rufen wie «Tod Israel» und «Tod Amerika» bekundete die Menge ihre Unterstützung für Hanija und die Hamas im Gazastreifen sowie ihren Widerstand gegen Israel. Die iranische Regierung hatte nach der gezielten Tötung des hohen Hamas-Führers in Teheran eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Bestattet wird Hanija am Freitag in seiner Wahlheimat Katar.

Hanija war am Dienstag in Teheran, um an der Vereidigung des neuen iranischen Präsidenten Peseschkian teilzunehmen. In der Nacht zum Mittwoch wurde er Opfer eines Luftangriffs. Hamas und der Iran beschuldigen Israel als ihren Erzfeind.

Was genau zu seinem Tod führte, ist immer noch unklar. Experten sprechen von entweder einem Luft- oder einem Raketenangriff. Ort des Anschlags war eine «spezielle Residenz» in Nordteheran – angeblich im Palast des ehemaligen persischen Schahs –, die normalerweise immer streng bewacht ist.

Die Hamas hat zusammen mit dem Iran gedroht, Israel mit einem zeitnahen Vergeltungsakt zu bestrafen. Chamenei und Präsident Peseschkian betrachten eine Strafaktion als das legitime Recht des Landes, da der Anschlag auf iranischem Boden stattgefunden hat. Der iranische Sicherheitsrat hat in einer Krisensitzung verschiedene Szenarien diesbezüglich überprüft, jedoch wurden bisher keine Details dazu bekanntgegeben.

Der Anschlag traf den Iran zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Nur acht Stunden zuvor wurde der als moderat geltende Peseschkian als neuer iranischer Präsident vereidigt. In seiner Rede erwähnte er eine neue Ära, in der er auch einen konstruktiven Dialog mit dem Westen anstreben möchte. Die Möglichkeit eines solchen Dialogs nach einem möglichen Vergeltungsangriff auf Israel wird von Beobachtern als unwahrscheinlich angesehen.

Der Iran befindet sich außerdem in einer langjährigen Wirtschaftskrise. Peseschkian hatte vor seiner Wahl versprochen, mit außenpolitischen Reformen die desolate Wirtschaft wieder anzukurbeln. Was er nach Einschätzung von Beobachtern definitiv nicht gebrauchen kann, ist ein Militärkonflikt mit Erzfeind Israel, der das islamische Land erneut in eine internationale Isolierung stürzen könnte.

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dpa