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Tausende Oppositionsanhänger demonstrieren in Pakistan

Mehr als eine Woche nach der Parlamentswahl ist der Frust in dem südasiatischen Land groß. Der Staat rüstet sich gegen Proteste.

Anhänger der Großen Demokratischen Allianz nehmen an einer Kundgebung in Hyderabad teil, um gegen angebliche Manipulationen bei den Parlamentswahlen zu protestieren
Foto: Pervez Masih/AP/dpa

In Pakistan sind rund eine Woche nach den Wahlen Tausende Oppositionsanhänger auf die Straße gegangen. In zahlreichen Städten demonstrierten am Samstag Anhänger der Partei PTI um den inhaftierten Ex-Premier Imran Khan gegen die Ergebnisse der Parlamentswahl vom 8. Februar, wie lokale Medien berichteten. Die Protestteilnehmer forderten unter anderem Transparenz und klagten über «gestohlene Stimmen». Der Staat reagierte mit einer massiven Präsenz von Sicherheitskräften.

Die Parlamentswahl in dem südasiatischen Land mit mehr als 240 Millionen Einwohnern wurde von Manipulationsvorwürfen überschattet. Am Wahltag selbst hatten die Behörden Mobilfunkdienste und das Internet eingeschränkt. Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse kam es zu massiven Verzögerungen. Insbesondere die Jugend des Landes ist enttäuscht.

Unabhängige Kandidaten mit Verbindungen zum inhaftierten Ex-Premier Imran Khan und seiner Oppositionspartei PTI hatten bei der Wahl die meisten Mandate gewonnen. Ihre Mitglieder durften gemäß einem Urteil des Obersten Gerichts nur als unabhängige Kandidaten antreten. Die Opposition betrachtete diesen Schritt als politisch motiviert und beschuldigte das mächtige Militär, die Wahlen zu beeinflussen, um sich selbst zu begünstigen.

Behördenvertreter spricht von Wahlmanipulation

Die PML-N, die zweitplatzierte Muslimliga um den früheren Premier und Wirtschaftsmogul Nawaz Sharif, gab bekannt, dass sie eine Koalition mit der pakistanischen Volkspartei PPP anstrebt. Weitere Kleinparteien sollen das Bündnis unterstützen, um die Mehrheit im Parlament zu sichern. In den kommenden Wochen wird die Nationalversammlung der Atommacht zusammenkommen, um Parlamentspräsident und Premierminister zu wählen. Überraschenderweise nominierte die PML-N Shehbaz Sharif, den jüngeren Bruder von Nawaz Sharif, als Premierminister.

Ein hochrangiger Behördenvertreter der Millionenstadt Rawalpindi verkündete unterdessen seinen Rücktritt, wie die Zeitung «Dawn» berichtete. Als Grund nannte er Wahlmanipulation in seinem Zuständigkeitsbereich. Die Wahlkommission wies die Anschuldigungen zurück.

Seit mehr als 75 Jahren, seit der Unabhängigkeit Pakistans infolge der Teilung Britisch-Indiens, hat es im Land immer wieder Unruhen und Instabilität gegeben. Das Militär regierte über die Hälfte dieser Zeit. Auch unter zivilen Regierungen wurden Generäle als diejenigen angesehen, die über den Erfolg oder Misserfolg der politischen Führung entscheiden konnten.

dpa