Israel handelt im Einklang mit dem Völkerrecht und lässt humanitäre Hilfe zu, während Südafrika Israel vor den Internationalen Gerichtshof bringt.
Israel fordert energische Zurückweisung des südafrikanischen Eil-Antrags zu humanitärer Hilfe im Gazastreifen

Israel hat gefordert, dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag den südafrikanischen Eilantrag zur humanitären Hilfe im Gazastreifen energisch zurückweist.
«Südafrika fungiert weiterhin als rechtlicher Arm der Hamas und agiert gegen das Recht Israels, sich und seine Bürger zu verteidigen und sich für die Freilassung der Entführten einzusetzen», sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Lior Haiat, auf X. Israel handele im Einklang mit dem Völkerrecht und lasse sehr wohl humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu.
«Weitverbreitete Hungersnot»
Südafrika hatte den Internationalen Gerichtshof per Eil-Antrag aufgefordert, Israel anzuweisen, humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen. Pretoria begründete dies mit einer «weitverbreiteten Hungersnot» in dem abgeriegelten Küstenstreifen, wie aus einer Mitteilung des Gerichts in Den Haag vom Mittwoch hervorging.
Am Ende des Monats Dezember reichte Südafrika eine Klage gegen Israel beim Internationalen Gerichtshof ein, in der behauptet wurde, dass Israel während des Gaza-Krieges gegen die Völkermordkonvention verstoßen habe. Das UN-Gericht ordnete in einer vorläufigen Entscheidung an, dass Israel Schutzmaßnahmen ergreifen müsse, um einen Völkermord zu verhindern.
Angesichts zunehmend schärferer Kritik auch aus anderen Ländern wegen der katastrophalen Versorgungslage im Gazastreifen betonte die Regierung in Jerusalem am Mittwoch, es kämen derzeit mehr Hilfsgüter in den Küstenstreifen als vor Kriegsbeginn. «In den vergangenen zwei Wochen sind täglich durchschnittlich 102 Lebensmitteltransporte in den Gazastreifen gelangt. Das sind fast 50 Prozent mehr als vor dem Beginn des Krieges durch die Hamas am 7. Oktober», sagte Regierungssprecher Eylon Levy. Es gebe eine «Flut von Falschmeldungen, Israel würde die Menge der Hilfslieferungen beschränken. «Es gibt keine Beschränkungen. Ich wiederhole: keine», betonte der Sprecher. Das Problem sei die Verteilung innerhalb des Gazastreifens, für die die UN zuständig seien.
Hamas: 30.800 Tote und fast 72.300 Verletzte
Die Situation der Menschen in dem kleinen Küstenstreifen wird laut UN immer verzweifelter. Eine Hungersnot droht, wenn die Hilfslieferungen vor allem per Lastwagen nicht ausgeweitet werden. Die Gesundheitsbehörde, die von der Hamas kontrolliert wird, meldete am Mittwoch mindestens 20 Tote aufgrund von Hunger und Dehydrierung. Südafrika berichtete, dass letzte Woche mindestens 15 Kinder verhungert sind. Ein Mitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur im Gazastreifen berichtete zudem, dass viele junge Mütter aufgrund der schlechten Ernährungssituation Probleme haben, ihre Babys zu stillen.
Der Gaza-Krieg begann mit dem schlimmsten Massaker in der Geschichte Israels, das am 7. Oktober von Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen in Israel verübt wurde. Israel antwortete mit umfangreichen Bombardierungen und kurz darauf mit einer Bodenoffensive im Gazastreifen. Laut der Hamas-Gesundheitsbehörde sind seither 30.800 Menschen gestorben und fast 72.300 verletzt worden.








