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Telefongespräche in der Krise: Kai Wegner und die Kontroversen um den Stromausfall

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht wegen seiner falschen Angaben zu Telefonaten während eines großflächigen Stromausfalls in der Kritik. Eine gerichtliche Auseinandersetzung zeigt, dass er erst um 12.45 Uhr kontaktierte, obwohl er zuvor behauptete, bereits ab 8.08 Uhr aktiv gewese…

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Erstes Gespräch um 12.45 Uhr: Kai Wegner log über Stromausfall-Telefonate
KI-generiert

Die Glaubwürdigkeit von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner wird durch neue Vorwürfe in Frage gestellt. Am 3. Januar, dem Tag eines massiven Stromausfalls, behauptete Wegner, bereits ab 8.08 Uhr aktiv telefoniert zu haben, um die Krise zu bewältigen. Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch zu den Informationen der Senatskanzlei, die nun bestätigt hat, dass kein solches Telefonat vor 12.45 Uhr stattfand.

Konflikt um die Kommunikationsdaten

Die Senatskanzlei sah sich gezwungen, nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Kommunikationsdaten von Wegner während des Stromausfalls zu veröffentlichen. Laut Berichten des „Tagesspiegels“ fand am Morgen des 3. Januar kein einziges dienstliches Telefonat statt. Stattdessen habe der Austausch über Textnachrichten stattgefunden. Das erste Telefongespräch des Bürgermeisters mit der Senatorin für Wirtschaft und Energie, Franziska Giffey, fand demnach erst um 12.45 Uhr statt.

Wegners frühere Aussagen

Wegner selbst hatte in einem Interview am 7. Januar erklärt:

„Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz Berlin. Ich habe vor allem auch mit der Bundesregierung gesprochen, mit dem Bundeskanzleramt, mit dem Bundesinnenminister.“

Diese Angaben wurden jedoch schnell angezweifelt. Die „B.Z.“ berichtete, dass Wegner am Vormittag über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert hatte, ohne ein dienstliches Telefonat zu führen.

Reaktionen der politischen Gegner

Die Berliner SPD, Wegners Koalitionspartner, reagierte empört auf die neuen Informationen. Der SPD-Chef Steffen Krach äußerte sich dazu:

„Es steht jetzt schwarz auf weiß. Kai Wegner hat das Amt des Regierenden Bürgermeisters schwer beschädigt und sich selbst disqualifiziert. Wegners Amtsführung ist ungenügend, sein Verhältnis zur Wahrheit beschämend.“

Krach forderte Wegner indirekt zum Rücktritt auf und sagte:

„Der menschliche Anstand würde jetzt erfordern, dass er sich zurückzieht. Aber ich fürchte, das werden die Berlinerinnen und Berliner am 20. September übernehmen müssen.“

An diesem Tag findet die Abgeordnetenhauswahl in Berlin statt.

Hintergrund des Stromausfalls

Der massive Stromausfall am 3. Januar wurde durch einen Brandanschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins verursacht. Dies führte zum bislang längsten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Stadt, bei dem rund 100.000 Menschen teils tagelang ohne Strom waren. Wegner geriet bereits während des Blackouts in die Kritik, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist unklar, mit welchen Stellen er wann und auf welche Weise Kontakt hatte.


Quellen: n-tv

Bildquelle: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=180244899

TS