Weil er den König beleidigt haben soll, muss ein junger Thailänder Jahrzehnte in Haft. Menschenrechtler sprechen von einer Rekordstrafe.
Thailänder soll wegen Majestätsbeleidigung 50 Jahre in Haft

Ein politischer Aktivist in Thailand wurde vom Berufungsgericht wegen Majestätsbeleidigung zu einer Haftstrafe von 50 Jahren verurteilt, wie die Menschenrechtsorganisation Thai Lawyers for Human Rights mitteilte. Der 30-jährige Mongkhon Thirakot erhielt die Rekordstrafe aufgrund mehrerer Facebook-Kommentare, in denen er angeblich den König diffamiert haben soll.
Insgesamt handelte es sich um 27 Facebook-Beiträge, die der Angeklagte zwischen März und April 2021 veröffentlicht haben soll. Der Antrag von Mongkhon Thirakot, bis zur Entscheidung des Obersten Gerichts auf freiem Fuß zu bleiben, wurde abgelehnt, wurde mitgeteilt.
Laut den Anwälten handelt es sich um die bisher höchste Strafe, die jemals gemäß Artikel 112 verhängt wurde. Das umstrittene Lèse-Majesté-Gesetz sieht lange Haftstrafen von bis zu 15 Jahren für jeden vor, der Kritik am König, der Königin oder anderen Mitgliedern des Hofes äußert.
Urteil noch verschärft
Mongkhon Thirakot wurde für nahezu alle seine Facebook-Beiträge einzeln verurteilt. Das Berufungsgericht in der nördlichen Stadt Chiang Rai hat sogar das Urteil der vorherigen Instanz verschärft, die im vergangenen Jahr eine Gefängnisstrafe von 28 Jahren festgesetzt hatte.
Thailand ahndet Beleidigungen gegen das Königshaus so streng wie kaum ein anderes Land. Lange Zeit galt das Gesetz als unveränderbar, bis 2020. Zu diesem Zeitpunkt kam es zu massiven Protesten der Demokratiebewegung, bei denen Hunderttausende öffentlich eine Reform der Verfassung und der Monarchie forderten. Seitdem hat die Strafverfolgung sogar noch zugenommen.








