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Thailands neue Regierungschefin erhält königlichen Segen

Kurz vor ihrem 38. Geburtstag wird Paetongtarn Shinawatra offiziell Ministerpräsidentin Thailands. Der Spross einer einflussreichen Dynastie gelobt, der Nation einen aufrichtigen Dienst zu erweisen.

Die neue Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra wurde offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt.
Foto: Sakchai Lalit/AP

Thailands König Maha Vajiralongkorn hat die frisch gewählte Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra offiziell als Regierungschefin bestätigt. Das Staatsoberhaupt ernannte Paetongtarn zeremoniell im Amt.

Damit kann sie ihr Kabinett zusammenstellen. Die Vorsitzende der Regierungspartei Pheu Thai versprach nach Angaben der «Bangkok Post», ihre Pflicht «nach besten Kräften zu erfüllen, der königlichen Institution Loyalität zu zeigen und zum größtmöglichen Wohl der Öffentlichkeit und der Nation aufrichtig zu handeln.» Die gerade noch 37-Jährige, die am 21. August Geburtstag hat, ist der bislang jüngste Mensch auf dem Premier-Posten des südostasiatischen Staates und die zweite Frau nach ihrer Tante Yingluck Shinawatra.

Am Freitag wurde Paetongtarn vom Parlament mit großer Mehrheit gewählt. Der Absetzung von Premierminister Srettha Thavisin durch das Verfassungsgericht war die Wahl vorausgegangen.

Familie hielt mehrfach Thailands Fäden in der Hand

Paetongtarn, als Mitglied des einflussreichen Shinawatra-Clans, ist die Tochter des Milliardärs und ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra. Sowohl Thaksin als auch seine Schwester Yingluck regierten mehrere Jahre lang, wurden dann jedoch durch Militärputsche gestürzt. Thaksin verließ das Land 2008 aufgrund rechtlicher Vorwürfe, um einer Haftstrafe zu entgehen. Als er 2023 nach Thailand zurückkehrte, wurde er sofort inhaftiert.

Seine Haftstrafe, die inzwischen reduziert und zur Bewährung ausgesetzt wurde, endete heute dank einer königlichen Amnestie etwas früher, berichteten thailändische Medien. Dennoch bleibt er wegen Majestätsbeleidigung angeklagt.

In Thailand hat es in den letzten Jahrzehnten wiederholt Staatsstreiche, Militärregierungen und Straßenproteste der Demokratiebewegung gegeben. Vor kurzem hat das Verfassungsgericht auf Druck konservativer Kräfte die Auflösung der progressiven Move-Forward-Partei (MFP) angeordnet – des eigentlichen Gewinners der Parlamentswahl 2023.

dpa