Ein Video aus dem Gazastreifen wirft neue Fragen zum tödlichen Beschuss von sieben Helfern der Organisation World Central Kitchen auf. Die israelische Armee spricht von einem tragischen Fehler – doch die Kritik wächst.
Tödlicher Irrtum? Video zeigt mutmaßlichen Beschuss von Rettungskräften durch Israels Armee
Neue Aufnahmen offenbaren Details zum Tod von World-Central-Kitchen-Mitarbeitern im Gazastreifen – Israel räumt Fehler ein
Es war einer der tragischsten Vorfälle des Gaza-Krieges – nun liegen neue Bilder vor: Ein Video zeigt offenbar die letzten Minuten vor dem Tod von sieben Mitarbeitenden der Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK), die Ende März bei einem Luftangriff der israelischen Armee ums Leben kamen.
Die Helfer waren in einem deutlich markierten Fahrzeugkonvoi unterwegs, hatten Lebensmittel geliefert und befanden sich bereits auf dem Rückweg, als sie nacheinander von mehreren Raketen getroffen wurden. Das nun veröffentlichte Material legt nahe, dass es sich um eine gezielte Verfolgung über mehrere Kilometer handelte – ein Bild, das mit der offiziellen Erklärung der israelischen Armee schwer vereinbar scheint.
Neue Erkenntnisse durch Videoaufnahmen
Die Aufnahmen stammen von Überwachungskameras in der Umgebung, vermutlich von internationalen Beobachtern oder UN-nahen Stellen. Zu sehen ist, wie sich der Konvoi durch zerstörte Straßen bewegt – mit klar erkennbaren WCK-Logos auf den Fahrzeugdächern.
Plötzlich ein Einschlag. Dann ein weiteres Fahrzeug wird getroffen. Die Mitarbeiter, darunter Menschen aus Australien, Großbritannien, Polen, Palästina und ein Doppelstaatsbürger mit US- und kanadischer Nationalität, hatten laut Organisation Schutzwesten getragen und ihre Route mit dem Militär koordiniert.
Israel räumt „schweren Fehler“ ein
Nach wachsendem internationalen Druck hat Israels Armee den tödlichen Angriff als Fehler eingeräumt. Generalstabschef Herzi Halevi erklärte, es habe sich um einen „identifikationsbasierten Angriff“ gehandelt. Man habe geglaubt, in den Fahrzeugen befänden sich Hamas-Kämpfer.
💬 „Der Angriff entsprach nicht den Regeln der Einsatzvorgaben der Armee“, so Halevi. Drei hochrangige Offiziere wurden suspendiert, eine interne Untersuchung läuft. Gleichzeitig versicherte die Regierung, man werde eng mit den betroffenen Staaten und der WCK zusammenarbeiten.
Heftige internationale Kritik – und Forderung nach Konsequenzen
Der Fall sorgt weltweit für Empörung. Besonders scharf äußerte sich US-Präsident Joe Biden, der Israel zu mehr Rücksichtnahme auf humanitäre Helfer aufforderte. Auch Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder das Rote Kreuz zeigen sich entsetzt.
WCK-Gründer José Andrés schrieb auf X (ehemals Twitter):
💬 „Unsere Leute wurden systematisch getötet – obwohl sie alles richtig gemacht haben.“