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Russischer Beschuss fordert 15 Todesopfer in ostukrainischer Stadt Lyssytschansk

Bei einem Angriff auf eine Bäckerei in Lyssytschansk wurden mindestens 15 Menschen getötet. Russland spricht von terroristischen Handlungen der ukrainischen Neonazis.

Die zerstörte Bäckerei in Lyssytschansk.
Foto: Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa

Laut den örtlichen Behörden wurden bei dem Angriff auf die von russischen Truppen besetzte ostukrainische Stadt Lyssytschansk mindestens 15 Menschen getötet. Zusätzlich wurden zehn weitere Personen verletzt.

«Die ukrainischen Streitkräfte haben eine Bäckerei in Lyssytschansk beschossen, unter den Trümmern befinden sich Zivilisten», schrieb der Chef der von Russland annektierten Region Luhansk, Leonid Passetschnik, auf seinem Telegram-Kanal.

Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von «terroristischen Handlungen der ukrainischen Neonazis». Kiew habe gewusst, dass sich zu der Zeit in der Bäckerei viele Menschen aufhielten und habe absichtlich dieses Ziel gewählt, behauptete die Sprecherin. Sie forderte eine internationale Verurteilung des Angriffs, gerade auch im Westen, da Lyssytschansk mit westlichen Waffensystemen attackiert worden sei. Nach Behördenangaben wurde die Stadt mit Raketenartillerie vom Typ Himars beschossen.

Die mögliche Anzahl der Verschütteten variiert. Passetschnik erwähnte, dass bis zu 40 Menschen unter dem eingestürzten zweistöckigen Gebäude liegen könnten. Der örtliche Zivilschutz gab lediglich bekannt, dass bisher etwa zehn Personen unter den Trümmern gefunden wurden – darunter auch Tote. Die Ukraine hat den Angriff bisher nicht kommentiert. Die russischen Angaben waren unabhängig nicht überprüfbar.

Zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt

Lyssytschansk war vor dem Krieg eine große Stadt mit circa 100.000 Bewohnern. Im Sommer 2022 wurde sie nach intensiven Kämpfen von russischen Truppen erobert. Die Einwohnerzahl wird zu dieser Zeit auf unter 10.000 geschätzt. Bis zum Herbst 2023 ist diese Zahl laut offiziellen russischen Angaben auf 37.000 angestiegen.

Lyssytschansk, eine Stadt im Nordosten der Ukraine, bildet zusammen mit dem benachbarten Sjewjerodonezk einen industriell geprägten Ballungsraum. Trotzdem ist die Stadt weiterhin stark vom Krieg betroffen. Lyssytschansk befindet sich nur etwa zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt.

dpa