Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Transatlantiker: Weiter auf alle US-Szenarien vorbereiten

Nach Trumps Vorwahl-Triumphen ruft der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link, dazu auf, weder Biden abzuschreiben noch Trumps polarisierende Rhetorik auf die leichte Schulter zu nehmen.

«Nicht von jeder Wahlkampfvolte verrückt machen lassen, aber ernst nehmen»: Michael Link, Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung.
Foto: Hannes P Albert/dpa

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung hat nach der Siegesserie von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in den Vorwahlen der Republikaner dazu aufgefordert, sich weiter auf alle möglichen Szenarien vorzubereiten.

«Wir dürfen Trump nicht den Gefallen tun, dass wir (Joe) Biden als Präsidenten abschreiben», sagte Michael Link (FDP) am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Für eine mögliche zweite Amtszeit Bidens bräuchten Deutschland und Europa eine ambitionierte transatlantische Agenda, gerade im Wirtschaftsbereich. «Und für Trump gilt, dass wir uns nicht von jeder Wahlkampfvolte verrückt machen lassen, aber ernst nehmen, was er sagt und uns nicht in falscher Sicherheit wiegen.»

Trump verstehe es wie kein anderer, durch Polarisierung die republikanische Wählerbasis im ganzen Land zu mobilisieren, sagte Link weiter. Zugleich könne diese Polarisierung auch seine Schwäche sein – Moderate und Unabhängige könnten abgeschreckt werden. «Doch Trump braucht deren Stimmen, um die Wahlen im November zu gewinnen», sagte Link.

Unabhängig vom Ausgang der US-Wahlen müsse man «für unsere Freiheit und unseren Wohlstand den europäischen Pfeiler der Nato und den europäischen Wirtschaftsstandort stärken», erklärte Link.

Vieles spricht für eine Neuauflage des Rennens Trump vs. Biden

In den USA finden Anfang November Präsidentschaftswahlen statt. Wer Präsidentschaftskandidat werden will, muss sich zunächst in den parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. Der «Super Tuesday» gilt als wichtige Etappe im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Bei dem Vorwahl-Marathon in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten zementierte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) seine Spitzenposition.

Auch Joe Biden, der demokratische Amtsinhaber, der bei den Demokraten ohne echte Konkurrenz um eine zweite Amtszeit antritt, hat bei den Abstimmungen seiner Partei gewonnen. Somit deutet derzeit alles auf eine Wiederholung des Rennens zwischen Trump und Biden im November hin. Umfragen deuten darauf hin, dass es knapp werden könnte.

dpa