US-Präsident Trump will sich Grönland einverleiben. Daraus macht er kein Geheimnis. Zuletzt war es um die umstrittene Idee ruhiger geworden. Nun gibt es eine neue Initiative.
Trump ernennt Sondergesandten für Grönland

US-Präsident Donald Trump ernennt den Gouverneur des südlichen Bundesstaats Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für das offiziell zu Dänemark gehörende Grönland. Dieser verstehe, wie wichtig die Insel im Nordatlantik für die Sicherheit der USA sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Landry werde sich stark für die Interessen und die Sicherheit der USA sowie für das «Überleben unserer Verbündeten» und der ganzen Welt einsetzen, schrieb der Republikaner weiter über seinen Parteifreund.
Seit Januar, als er sein Amt angetreten hat, hat Trump immer wieder umstrittene Ansprüche auf Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit geltend gemacht. Die Diskussion darüber ist jedoch in letzter Zeit etwas abgeflaut.
Grönland ist zu 80 Prozent mit Eis bedeckt und hat eine Fläche, die sechsmal größer ist als Deutschland. Dennoch leben dort nur knapp 57.000 Menschen. Obwohl die Insel weitgehend autonom ist, gehört sie offiziell zum Königreich Dänemark.
US-Regierung hofft wohl auf direkten Draht zur Führung in Grönland
Dänische Medien haben kürzlich berichtet, dass die US-Regierung versucht, direkte Kontakte zur Regierung Grönlands herzustellen. Es ist jedoch politische Praxis im Königreich Dänemark, dass sowohl dänische als auch grönländische Vertreter bei Gesprächen anwesend sein müssen, wenn es um Außen-, Sicherheits- oder Verteidigungsfragen geht, die Grönland betreffen. Grönland ist die flächenmäßig größte Insel der Erde.
Landry bezeichnete es auf der Plattform X als eine Ehre, dazu beitragen zu dürfen, «Grönland einen Teil der USA zu machen». Er ist seit Anfang 2024 Gouverneur von Louisiana. Wieso Trump ausgerechnet ihn als Sondergesandten einsetzen will, ist unklar. Geografisch näher an Grönland wären zum Beispiel die Bundesstaaten im Nordosten der USA, doch dort dominieren politisch eher die Demokraten. Von Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas, sind es Luftlinie rund 4.600 Kilometer bis nach Nuuk, der Hauptstadt Grönlands.
Louisiana wurde einst von den USA gekauft
Im Jahr 1803 haben die USA ein großes Gebiet namens Louisiana, das den heutigen US-Bundesstaat einschließt, von Frankreich gekauft. Während seiner ersten Amtszeit (2017-2021) hatte Trump bereits davon gesprochen, Grönland für die USA kaufen zu wollen. Dänemark und die autonome Regierung Grönlands lehnen diese Bestrebungen ab.
Frühere Präsidenten haben hauptsächlich Sondergesandte für schwierige Verhandlungen und Krisenherde ernannt. Die Beziehungen zu Verbündeten wie dem Nato-Partnerstaat Dänemark wurden traditionell von einer US-Botschafterin oder einem Botschafter geleitet.








