Donald Trump zieht sich offenbar von seinem umstrittenen Hilfsfonds für Kapitolstürmer zurück. Widerstand innerhalb der Republikaner und rechtliche Hürden zwingen die Regierung, ihre Pläne zu überdenken.
Trump trennt sich von Hilfsfonds für Kapitolstürmer: Interne Spannungen als Ursache

Politik
Trump zieht sich von umstrittenem Entschädigungsfonds für Kapitolstürmer zurück
02.06.2026, 02:07 Uhr
Über einen umstrittenen Fonds plant Donald Trump, US-Bürger zu entschädigen, die als Opfer früherer US-Regierungen gelten. Kritiker befürchten, dass auch Personen, die am Sturm auf das Kapitol beteiligt waren, von diesem Fonds profitieren könnten. Innerhalb der Republikaner regt sich Widerstand.
Berichten zufolge zeigt die Regierung von US-Präsident Donald Trump Anzeichen des Rückzugs beim umstrittenen Entschädigungsfonds für vermeintliche Opfer der US-Justiz. Einem Bericht zufolge plant die Regierung, vorerst von diesem Fonds Abstand zu nehmen. Ähnliche Informationen wurden auch von anderen Medien bestätigt.
Auf Anfrage verwies das Weiße Haus auf eine Stellungnahme des Justizministeriums auf der Plattform X. In dieser wurde die Entscheidung eines Gerichts, das die Pläne vorübergehend gestoppt hatte, scharf verurteilt. Gleichzeitig wurde jedoch betont, dass man sich an die gerichtliche Entscheidung halten werde. Ob das Ministerium sich vollständig von dem Fonds distanzieren wird, bleibt unklar.
Gerichtliche Auseinandersetzungen
Ein Bundesgericht in Virginia hat den Stopp des Fonds angeordnet, um sicherzustellen, dass bis zur Klärung des Falls kein Geld unwiderruflich ausgezahlt wird. Eine Gerichtsanhörung ist für den 12. Juni angesetzt.
Der Entschädigungsfonds hat sich zu einem heiklen Thema für Trump entwickelt. Selbst innerhalb der Republikaner gibt es erhebliche Kritik. Gegner sprechen von „Schmiergeld“ für Trump-Anhänger und von Korruption. Im Kongress wurden sogar Abstimmungen über andere Haushaltsmittel verzögert, um Druck auf Trump auszuüben. Insider berichteten von einem Finanzierungspaket für den Grenzschutz, das als Druckmittel genutzt wurde. „Sie haben uns ein Ultimatum gestellt“, sagte eine informierte Person. Trump sei über die Situation unzufrieden, sehe jedoch zunächst keinen anderen Ausweg, so die Quellen aus der Regierung.
Milliardenschwere Entschädigungen
Nach früheren Angaben des US-Justizministeriums sollen rund 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) in den neuen Fonds fließen, um angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motivierten Übergriffen des Staates zu entschädigen.
Kritiker befürchten, dass öffentliche Gelder zur Belohnung von Trump-Anhängern verwendet werden könnten, die am Sturm auf das Kapitol im Jahr 2021 beteiligt waren und während der Amtszeit von Joe Biden angeklagt wurden. Trump hatte nach seinem Amtsantritt im Jahr 2025 zahlreiche Begnadigungen ausgesprochen.
Am 6. Januar 2021 kam es in Washington zu einem gewaltsamen Sturm auf das Kapitol, während der Wahlsieg des Demokraten Biden offiziell bestätigt werden sollte.
Der Fonds ist das Ergebnis eines bemerkenswerten Vergleichs: Trump hatte im Januar als Privatperson gegen den Staat geklagt und eine Milliarde Dollar Entschädigung gefordert. In der Klage wurde einem ehemaligen Mitarbeiter des Internal Revenue Service (IRS) vorgeworfen, sich während Trumps erster Amtszeit unrechtmäßig Zugang zu Steuerdaten der Trump Organization verschafft und diese an „linksgerichtete Medien“ weitergegeben zu haben. Die Behörde untersteht dem US-Finanzministerium. Der Rechtsstreit wurde durch einen Vergleich beigelegt.
Quellen: n-tv
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