Washington – US-Präsident Donald Trump (80) steht aktuell vor einer ernsthaften Herausforderung. Die bevorstehenden Zwischenwahlen am 3. November könnten nicht nur eine herbe Niederlage für ihn nach sich ziehen, sondern auch seine politischen Ambitionen stark gefährden.
Trump vor den Midterms: Drohende Niederlage und sinkende Popularität

Washington – US-Präsident Donald Trump (80) steht aktuell vor einer ernsthaften Herausforderung. Die bevorstehenden Zwischenwahlen am 3. November könnten nicht nur eine herbe Niederlage für ihn nach sich ziehen, sondern auch seine politischen Ambitionen stark gefährden. Ein solches Ergebnis würde einem feindlich gesinnten Kongress die Möglichkeit geben, seine Vorhaben erheblich zu behindern und zahlreiche Ermittlungen gegen ihn einzuleiten.
In diesen Wahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatoren, 36 Gouverneure sowie zahlreiche lokale politische Ämter neu vergeben. Sie fungieren als wichtiges Polit-Barometer zwischen den Präsidentschaftswahlen und stellen in diesem Jahr insbesondere ein Referendum über Trumps Amtsführung dar, die auf dem Spiel steht.
Trumps Beliebtheit ist derzeit so niedrig wie selten zuvor. Anhaltende Konflikte, hohe Benzinpreise, Inflation und steigende Hypothekenzinsen lasten schwer auf seiner Popularität. Besonders Wechselwähler wenden sich von ihm ab. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass lediglich 31 Prozent der Befragten mit seiner Amtsführung zufrieden sind, während 69 Prozent sie ablehnen. Laut einer Untersuchung von Reuters und Ipsos liegt seine Zustimmungsrate sogar bei nur 32 Prozent, dem tiefsten Punkt seiner politischen Karriere.
Diese Abwärtsspirale hat auch negative Konsequenzen für die Republikaner. In den aktuellen Umfragen führen die Demokraten um etwa zehn Prozentpunkte, was ihre Chancen auf eine Rückeroberung des Repräsentantenhauses auf etwa 75 Prozent anhebt. Auch im Senat, wo die Hürden höher sind, könnten die Republikaner in ihren traditionellen Hochburgen wie North Carolina und Texas ins Hintertreffen geraten. Im Lone-Star-State strebt der aufstrebende Demokrat James Talarico (37) den ersten Senatssitz für seine Partei seit 1988 an.
Um die Wahlen aktiv zu beeinflussen, plant Trump über 30 Wahlkampfauftritte. Angesichts seiner schwachen Umfragewerte könnte sein Einfluss jedoch begrenzt sein. Politologe Scott Erb meint, Trump sollte den republikanischen Kandidaten mehr Freiheit bei der lokalen Gestaltung der Wahlen lassen, jedoch scheint er entschlossen zu sein, den Wahlkampf zu nationalisieren.
Mögliche Szenarien für die Wahlen
In den kommenden Wochen sind vier Szenarien denkbar:
- Blaue Welle: Die Demokraten könnten nicht nur im Repräsentantenhaus, sondern auch im Senat die Oberhand gewinnen. In vielen umkämpften Bundesstaaten liegen die demokratischen Kandidaten vorne, was für Trump ein Albtraumszenario darstellen würde und als „Anfang vom Ende der Trump-Bewegung“ gedeutet werden könnte.
- Republikaner behalten Senatsmehrheit: In diesem Szenario könnten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat sichern, was Trump vor den stärksten Angriffen der Opposition schützen würde.
- Überraschungssieg der GOP: Trump bezeichnet die Umfragen als „fake“, jedoch gab es in der Vergangenheit Fehleinschätzungen, wie bei den Wahlen 2022, als die Demokraten besser abschnitten als erwartet.
- Verfassungskrise durch Chaos-Wahlen: Sollte Trump versuchen, die Wahlen durch Klagen und Anordnungen aus dem Weißen Haus zu beeinflussen, könnte dies zu einer Verfassungskrise führen. Einige MAGA-Aktivisten haben sogar die Möglichkeit eines „Kriegsrechts“ angedeutet.
Ein Vorteil für Trump und die Republikaner ist die finanzielle Unterstützung. Trumps Kriegskasse, die 180 Millionen Dollar umfasst, fließt in wichtige Wahlkämpfe. Dennoch sind sich die Strategen bewusst, dass Geld allein nicht den fehlenden Enthusiasmus der Wähler ersetzen kann, der momentan zugunsten der Opposition zu schwenken scheint.
Quellen: Bild, t-online
Bildquelle: Shealeah Craighead via Wikimedia Commons (Public domain)
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