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Trump sagt Angriff auf Venezuela ab,plant Treffen im Weißen Haus

Große Investitionen in Öl- und Gasinfrastruktur geplant, Freilassung politischer Gefangener als "Suche nach Frieden" angekündigt.

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Trump nennt unter anderem die Freilassung politischer Gefangener als Grund für eine mögliche Entspannung zwischen den Ländern. (Archivbild)
Foto: Ariana Cubillos/AP/dpa

Ein erneuter Angriff auf Venezuela wurde gemäß US-Präsident Donald Trump vorläufig abgesagt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social nannte er als Gründe unter anderem die Freilassung politischer Gefangener in dem südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit beider Länder, insbesondere im Bereich der Öl- und Gasinfrastruktur. US-Kriegsschiffe sollen jedoch aus Sicherheitsgründen nicht von der venezolanischen Karibikküste abgezogen werden.

Trump will große Öl-Investitionen

Nach Angaben Trumps seien von großen Ölkonzernen Investitionen in Höhe von «mindestens 100 Milliarden Dollar» zu erwarten. Ein Treffen im Weißen Haus solle noch am Freitag folgen. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle «in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form», wiederaufgebaut werden, so Trump. 

Freilassung der Gefangenen als Friedenssymbol

Venezuela lasse «eine große Zahl politischer Gefangener als Zeichen der „Suche nach Frieden“» frei, schrieb Trump. Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Freilassung zahlreicher venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter sollen Medienberichten zufolge prominente Oppositionelle wie die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sein. 

Am vergangenen Wochenende wurde der Staatschef Venezuelas, Nicolás Maduro, von US-Soldaten festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort soll er wegen Drogendelikten vor Gericht gestellt werden. Seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez, die als treue Anhängerin gilt, hat die Festnahme als völkerrechtswidrige Aggression verurteilt. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen.

Größten Ölreserven der Welt – Marode Industrie

Der US-Präsident hatte bereits zuvor Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls erhoben. Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt, geschätzt auf 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter). Es handelt sich hauptsächlich um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert.

Trotz der großen Reserven ist die Ölindustrie in Venezuela in einem schlechten Zustand. Die Fördermenge von etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag liegt weit unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20 Jahren. Dennoch bleibt Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Experten schätzen, dass der Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie Jahre dauern wird und Milliardeninvestitionen erfordern wird.

dpa