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UN-Hochkommissar: Israel nutzt Hunger als Kriegsmethode

Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkatastrophe im Gazastreifen. Israel soll die Bevölkerung mit Nahrung und medizinischer Betreuung versorgen.

UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk.
Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone/dpa

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat Hinweise darauf, dass Israel den Hunger im Gazastreifen als Kriegsmethode einsetzt. Dies wurde als Kriegsverbrechen in Genf mitgeteilt. Die Bestätigung, ob dies wirklich geschieht, sollte jedoch von Gerichten getroffen werden, erklärte ein Sprecher seines Büros.

Die Vereinten Nationen hatten vor einer unmittelbar bevorstehenden Hungerkatastrophe gewarnt. Etwa 1,1 Millionen Menschen seien dort in der schlimmsten Notlage.

«Die Situation mit Hunger, Verhungern und Hungersnot ist eine Folge der umfassenden israelischen Beschränkungen bei der Einfuhr und Verteilung von humanitärer Hilfe und Handelsgütern, eine Folge der Vertreibung des größten Teils der Bevölkerung sowie der Zerstörung wichtiger ziviler Infrastruktur», teilte Türk mit. «Das Ausmaß, in dem Israel die Einfuhr von Hilfsgütern in den Gazastreifen weiterhin einschränkt, sowie die Art und Weise, in der es die Feindseligkeiten fortsetzt, kann auf den Einsatz von Hunger als Kriegsmethode hinauslaufen, was ein Kriegsverbrechen darstellt.»

Israel muss Bevölkerung mit Nahrung versorgen

Als Besatzungsmacht habe Israel die Pflicht, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und medizinischer Betreuung zu versorgen. «Israel muss sicherstellen, dass die Bevölkerung auf sichere und menschenwürdige Weise Zugang zu dieser Hilfe hat», sagte Türk.

Laut den Vereinten Nationen und internationalen Rechtsexperten wird Israel als Besatzungsmacht angesehen, da es praktisch die Kontrolle über alle Zugänge und die Versorgung des Gazastreifens hat. Israel bestreitet dies und verweist darauf, dass es sich 2005 militärisch aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat.

Die Versorgung muss dringend ausgeweitet werden, eine Feuerpause ist unumgänglich. Türk forderte auch die Freilassung der bei dem Massaker palästinensischer Terroristen in Israel am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln. Der Terrorüberfall der islamistischen Hamas, die Massaker und die Verschleppung von Geiseln in den Gazastreifen waren Auslöser des Gaza-Krieges.

dpa