Die Partei von Präsident Vucic hat die Kommunalwahl in Belgrad nur knapp gewonnen. Die Opposition spricht von Wahlbetrug. Auf der Straße entlädt sich erneut die Wut.
Tumulte bei Protest gegen mutmaßlichen Wahlbetrug in Belgrad

Am Sonntagabend haben Tausende von Anhängern der serbischen Opposition in Belgrad gegen den vermuteten Betrug bei den Kommunalwahlen vor einer Woche protestiert. Es war bereits der siebte aufeinanderfolgende Protest.
Die Demonstranten der Kundgebung zogen dieses Mal zum Belgrader Rathaus, mit dem Ziel, gewaltsam einzudringen. Laut örtlichen Medien setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein. Insgesamt wurden 30 Polizisten verletzt und über 30 Demonstranten wurden festgenommen.
Opposition spricht von Wahlbetrug
Die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Präsident Aleksandar Vucic hat bei den vorgezogenen Parlamentswahlen und Kommunalwahlen in vielen Städten, einschließlich Belgrad, Siege errungen. Jedoch war ihr Erfolg in der Hauptstadt am 17. Dezember knapp. Die Opposition behauptet, dass dieser Erfolg nur durch massiven Betrug zustande gekommen sei. Wahlbeobachter und Medien haben von zahlreichen Unregelmäßigkeiten berichtet. Unter anderem sollen Busse Menschen aus dem serbischen Teil Bosnien-Herzegowinas zur Belgrader Arena gebracht haben, wo sie ohne wahlberechtigt zu sein ihre Stimmen abgegeben hätten.
Am Sonntag leugnete Vucic den Vorwurf des Wahlbetrugs. Die serbische Oberstaatsanwaltschaft gab am Samstagabend in Belgrad bekannt, dass mehrere Verstöße gegen die Wahlordnung gemeldet wurden, darunter die Aktivitäten in der Belgrader Arena.








