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Über 650.000 Russen verlassen dauerhaft das Land

Deutschland und Armenien sind bevorzugte Ziele, während offizielle Zahlen aus Moskau fehlen und einige Länder nicht antworten.

Nach Kriegsausbruch sind viele Russen - vor allem im wehrpflichtigen Alter - in die Nachbarländer geflüchtet, wie hier am Grenzübergang Werchni Lars Richtung Georgien. (Archivbild)
Foto: -/AP/dpa

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs sind laut einem Medienbericht mindestens 650.000 Russen dauerhaft ins Ausland gezogen. Die meisten der Flüchtlinge sind nach Armenien (110.000), Kasachstan und Israel (je 80.000) emigriert, wie das unabhängige Internetportal «The Bell» vorrechnete. Dort benötigen Russen demnach kein Visum zur Einreise.

Es wird berichtet, dass Deutschland mit einem Zuwachs von über 36.000 Personen auch ein beliebtes Ziel für russische Flüchtlinge ist. Es gibt keine offiziellen Informationen aus Moskau über die Anzahl der Ausgereisten.

Erhebung mit Einschränkungen

«The Bell» gibt an, dass die Berechnungen auf den Angaben von Migrationsbehörden basieren. Insgesamt wurden Daten aus mehr als 70 Ländern in die Berechnung einbezogen, darunter neu vergebene Aufenthaltsgenehmigungen oder Anträge auf politisches Asyl. Allerdings sind die Daten laut dem Portal nicht vollständig, da einige bei Russen beliebte Ausreiseländer wie Thailand, Aserbaidschan oder auch Zypern nicht geantwortet haben.

Andere Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, in die nach Kriegsbeginn auch viele Russen gezogen sind, wurden überhaupt nicht in die Berechnung einbezogen. Unter den ausgewanderten Russen dürften nicht nur Kriegsgegner sein, sondern auch viele Menschen, die anderswo Geschäfte machen, um Sanktionen zu umgehen.

EU hat Grenzen rasch für Kriegsflüchtlinge geschlossen

Die Anzahl der Kriegsflüchtlinge, die nach Europa geflohen sind, ist vergleichsweise niedrig, da die EU schnell die Grenzen nach Russland geschlossen hat. Kriegsdienstverweigerung allein reicht auch nicht als Grund für politisches Asyl aus. Daher gehört neben Deutschland nur noch Spanien (+16.000) zu den Top-10 Zielländern für russische Auswanderer in der EU.

dpa