Donald Trump hat der Ukraine möglicherweise die Erlaubnis erteilt, Patriot-Raketen selbst zu produzieren. Diese Entscheidung könnte entscheidend für die ukrainische Luftabwehr sein, die unter den anhaltenden russischen Angriffen leidet.
Ukraine könnte bald eigene Patriot-Raketen produzieren: Trump signalisiert Zustimmung

Kiew – Eine bedeutende Entwicklung könnte sich für die Ukraine abzeichnen. Donald Trump, der aktuelle Präsident der USA, hat möglicherweise der Ukraine die Genehmigung erteilt, Patriot-Abfangraketen künftig selbst zu produzieren. Diese Information wurde am Freitag von Wolodymyr Selenskyj, dem ukrainischen Präsidenten, während einer Pressekonferenz in New York, anlässlich des UN-Gipfels, bekanntgegeben. Ob Washington allerdings bereits die erforderliche Produktionslizenz erteilt hat oder ob Trump nur seine grundsätzliche Zustimmung angedeutet hat, bleibt unklar.
In den letzten Monaten hat Selenskyj unermüdlich um eine Lizenz zur Herstellung dieser Abfangraketen gekämpft. Patriot-Raketen sind als eines der wirkungsvollsten Mittel zur Abwehr ballistischer Angriffe anerkannt. Angesichts der fortwährenden russischen Angriffe, insbesondere auf Kiew, sind die Bestände an Abfangraketen in der Ukraine stark dezimiert worden. Diese Entwicklung hat die Ukraine in eine prekäre Situation gebracht, da sie sich zunehmend ungeschützt gegen die Angriffe fühlt. Der Militärexperte Fabian Rene Hoffmann wies bereits im August auf die „unangenehme Phase“ des Krieges hin, in der die letzten Reserven für besonders schützenswerte Ziele zurückgehalten werden.
Die Situation in Kiew ist weiterhin angespannt. Feuerwehrleute und Rettungskräfte arbeiten intensiv daran, Trümmer zu beseitigen, während die ukrainische Luftabwehr massive Schwierigkeiten hat, sich gegen die russischen Angriffe zu behaupten. Bereits im Juli hatte Trump angekündigt, dass die USA der Ukraine das Recht zur eigenen Herstellung von Patriot-Raketen einräumen würden. In seinen späteren Äußerungen jedoch zeigte er sich zurückhaltender, möglicherweise im Hinblick auf seine Ambitionen, einen „Deal“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu erreichen. Trump scheint bestrebt, provokante Maßnahmen zu vermeiden, die von Russland als solche interpretiert werden könnten.
Ein weiterer bedeutender Aspekt, der die Lage beeinflusst, ist die praktische Notwendigkeit. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs im Februar haben die USA ihre Bestände an Patriot-Abwehrraketen erheblich reduziert. Aktuell werden nahezu alle verfügbaren Kapazitäten benötigt, um den eigenen Vorrat wieder aufzufüllen. Sollte die Lizenz für die Ukraine letztlich erteilt werden, würde dies zudem einen zweiten Produktionsstandort außerhalb der USA schaffen, neben dem bereits in Schrobenhausen bei Augsburg in Planung befindlichen Werk.
Quellen: Bild, Berliner Zeitung
Bildquelle: Lance Cpl. Alyssa Chuluda via Wikimedia Commons (Public domain)
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