Erneut sterben bei russischem Beschuss im Osten der Ukraine mehrere Menschen. Besonders im Raum Donezk rufen die Behörden erneut mit Nachdruck zu Evakuierungen auf.
Ukrainische Behörden melden Tote im Raum Donezk und Charkiw

In dem größtenteils von Moskaus Truppen kontrollierten Gebiet Donezk sind nach ukrainischen Angaben in der Stadt Tschassiw Jar mindestens fünf Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. «Die Russen haben am frühen Morgen gefeuert, Geschosse trafen ein privates und ein mehrstöckiges Haus», teilte der ukrainische Verwaltungschef der umkämpften Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die getöteten Männer seien im Alter von 24 bis 38 Jahren gewesen.
«Tschassiw Jar ist eine Stadt, in der schon seit mehr als zwei Jahren kein normales Leben mehr möglich ist. Macht euch nicht zur russischen Zielscheibe! Bringt euch in Sicherheit!», sagte Filaschkin. Er hatte angesichts des russischen Truppenvormarsches in der Region Donezk zuletzt Evakuierungen in Dutzenden Ortschaften angeordnet. Besonders stark umkämpft ist die Region Pokrowsk, wo von diesem Montag an auch die Banken geschlossen werden.
Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor berichtet, dass das Dorf Kirowe in der Region Donezk eingenommen wurde. Die Angaben sind nicht von unabhängiger Seite überprüfbar. Ukrainische Militärbeobachter hatten jedoch auch den russischen Truppen erneut Gebietsgewinne in der Region bestätigt.
Wieder Beschuss und Trauer in Charkiw
Auch in Charkiw haben die Behörden neuen russischen Beschuss gemeldet. In Tscherkaska Losowa sind laut Militärgouverneur Oleh Synjehubow mindestens zwei Zivilisten ums Leben gekommen. Es gab auch acht Verletzte. Vorher gab es bei einem schweren russischen Luftangriff in Charkiw in einem Hochhaus mindestens 7 Tote und 97 Verletzte. Synjehubow hat Trauerbeflaggung angeordnet.
Die Ukraine hat seit über zweieinhalb Jahren mit Unterstützung des Westens gegen den russischen Angriffskrieg gekämpft. Im Verteidigungskampf hat sie kürzlich die Angriffe auf russische Regionen deutlich verstärkt, um den militärischen Nachschub dort zu zerstören.
Anfang August sind rund 10.000 ukrainische Soldaten in das Gebiet Kursk eingedrungen und haben dort Dutzende von Ortschaften eingenommen. Laut der Militärführung in Kiew kontrollieren sie mehr als 1.000 Quadratkilometer Fläche. Nach russischen Angaben halten die schweren Kämpfe weiter an. Die Situation im Gebiet Kursk wird insgesamt als äußerst angespannt beschrieben, jedoch ohne signifikante Veränderungen der Kräfteverhältnisse, so russische Militärblogger.








