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Friedensgespräche zwischen USA und Ukraine im Kampf gegen russischen Angriffskrieg

USA und Ukraine beraten über Ende des russischen Angriffs, während Russland weiterhin mit unverminderter Härte zuschlägt.

Rubio und Witkoff sind Vertreter der US-Seite bei den Gesprächen mit der ukrainischen Delegation. (Archivbild)
Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa

Die USA und die Ukraine treffen sich heute im US-Bundesstaat Florida, um Wege zur Beendigung des russischen Angriffskriegs zu diskutieren. Laut übereinstimmenden Medienberichten werden Außenminister Marco Rubio, der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen teilnehmen. Die ukrainische Delegation wird von Delegationsleiter Rustem Umjerow angeführt.

Russland hat die Ukraine am 24. Februar 2022 angegriffen. Seitdem verteidigt sich das Land mit Unterstützung aus dem Westen. Trotz der Friedensgespräche greift Russland die Ukraine weiterhin mit großer Härte an. In der Nacht zum Samstag wurden erneut russische Raketen und Kamikaze-Drohnen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingeschlagen. Dabei wurden laut ukrainischen Angaben erneut Menschen getötet und verletzt.

Am Samstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky bekanntgegeben, ein Verhandlungsteam in die USA zu Gesprächen entsandt zu haben. In seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft sagte er, «es ist durchaus realistisch, in den nächsten Tagen die Schritte zu finalisieren, um zu bestimmen, wie der Krieg würdig beendet werden kann». Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte ausgearbeitet werden.

Selenskyj: Ukraine arbeitet konstruktiv mit

Ursprünglich leitete der Bürochef von Selenskyj, Andrij Jermak, die Verhandlungen; er trat jedoch am Freitag zurück, nachdem Korruptionsermittler seine Wohnräume durchsucht hatten. Selenskyj hat daraufhin die Verhandlungsdelegation per Dekret neu zusammengestellt. Auch Umjerows Name war bereits im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen genannt worden, er bestritt jedoch jegliche Beteiligung.

«Die Ukraine arbeitet weiterhin auf möglichst konstruktive Weise mit den Vereinigten Staaten zusammen», teilte Selenskyj weiter mit. Er hatte einen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump, der von Kritikern als russische Wunschliste betitelt worden war, bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den USA geht es um noch strittige Punkte.

Umjerow hat angekündigt, dass er in den USA die nächsten Schritte für einen gerechten und dauerhaften Frieden suchen möchte. In diesem Jahr hat er bereits mehrmals mit russischen Vertretern in Istanbul verhandelt, wobei es zu Austauschen von Gefangenen und getöteten Soldaten kam. Später wird er erneut Gespräche mit der russischen Seite führen.

US-Vertreter kommende Woche in Moskau erwartet

US-Vertreter werden in der ersten Hälfte der kommenden Woche auch zu Verhandlungen über den Plan von Trump in Moskau erwartet. Nach Kremlangaben sollen die eingearbeiteten Vorschläge der Ukraine und der EU auch Russland vorliegen.

Es ist jedoch unklar, ob Russland einer solchen Version zustimmen wird. Moskau hat in den letzten Monaten nicht von seinen Kriegszielen abgewichen und besteht weiterhin auf großen Gebietsabtretungen im Donbass zu seinen Gunsten, einem Verzicht auf eine Nato-Mitgliedschaft und einem nur begrenzt verteidigungsfähigen Militär. Kremlchef Wladimir Putin hatte sich bereit erklärt, Friedensgespräche zu führen. Eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand ist jedoch bisher nicht in Sicht.

dpa