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Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen: AfD und CDU führend

Umfrage: AfD in Thüringen vor CDU, BSW – CDU in Sachsen vorn vor AfD, Linke. Koalitionsmöglichkeiten und Unsicherheiten.

Ministerpräsident Ramelow muss um sein Amt fürchten - seine Linke steht in Thüringen in einer neuen Umfrage bei 13 Prozent. (Archivfoto)
Foto: Hannes P. Albert/dpa

Kurz vor den Landtagswahlen sieht das ZDF-Politbarometer die AfD in Thüringen als stärkste Kraft – in Sachsen kann die CDU mit dem Wahlsieg rechnen. Das geht aus der neuen, im «heute journal» veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervor. In beiden Bundesländern werden am Sonntag neue Landtage gewählt.

In Thüringen liegt die AfD in der Umfrage bei 29 Prozent und damit deutlich vor der CDU mit 23 Prozent und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 18 Prozent. Die Linke, die mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten stellt, steht bei 13 Prozent. Die SPD könnte 6 Prozent erhalten, die Grünen könnten mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen. Für die anderen Parteien ergäben sich zusammen 7 Prozent, darunter ist keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde.

«Damit hätte eine Koalition aus CDU, BSW und SPD aktuell eine knappe Mehrheit, andere nicht ausgeschlossene Koalitionen hingegen nicht», hieß es. Rein rechnerisch hätten den Angaben zufolge zwar Koalitionen aus AfD und CDU sowie aus AfD und BSW eine Mehrheit, aber auch eine aus CDU, BSW und Linke. Solche Optionen wurden aber entweder von der CDU oder dem BSW ausgeschlossen. Allerdings wissen laut Umfrage derzeit 29 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen und ob sie wählen wollen. 

CDU hält in Sachsen Vorsprung vor der AfD

In Sachsen führt die CDU unter Michael Kretschmer als Regierungschef mit 33 Prozent deutlich vor der AfD mit 30 Prozent. Laut der Umfrage wäre die Linke mit 4 Prozent nicht im Landtag vertreten, während die Grünen und die SPD jeweils auf 6 Prozent kommen. Das BSW liegt in der Umfrage bei 12 Prozent. Die restlichen Parteien erhalten zusammen 9 Prozent – darunter ist keine Partei, die mindestens 3 Prozent erreichen würde.

«Neben der Fortsetzung der Regierung aus CDU, Grünen und SPD gäbe es auch eine genauso knappe Mehrheit für ein Bündnis aus CDU und BSW», teilten die Wahlforscher mit. Reichen würde es demnach auch für eine Koalition aus CDU und AfD, die wurde von der CDU aber ausgeschlossen. Aber auch in Sachsen wissen derzeit 24 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen. 

Die Zahlen für die verschiedenen Parteien haben sich seit dem Politbarometer vom 23. August kaum verändert – obwohl die neue Umfrage nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag von Solingen durchgeführt wurde. Am Freitagabend hatte ein Angreifer auf einem Stadtfest drei Menschen mit einem Messer getötet und acht weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter ist der 26-jährige Syrer Issa Al H., der in Düsseldorf in Untersuchungshaft sitzt.

Wahlumfragen sind grundsätzlich immer mit Unsicherheiten verbunden. Unter anderem machen nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen es den Meinungsforschungsinstituten schwer, die erhobenen Daten zu gewichten. Im Grunde genommen spiegeln Umfragen lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

dpa