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Umfrage: Mehrheit gegen Verbrenner-Aus 2035

Abschied von Benzin- und Dieselautos? Das können sich viele nur schwer vorstellen. Kategorisch gegen Klimaschutz sind die Deutschen aber nicht.

Das für 2035 geplante Verbrenner-Aus für Neuwagen findet wenig Zustimmung in Deutschland. (Symbolbild)
Foto: Marijan Murat/dpa

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur lehnen 44 Prozent der Befragten das geplante Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor in Europa ab 2035 ab und fordern von der Bundesregierung, sich dagegen einzusetzen.

Nur ein Viertel für das Verbrenner-Aus 2035

Nur 24 Prozent erwarten von der Regierung, dass sie sich für die Beibehaltung der Regelung im Jahr 2035 einsetzt. Weitere 19 Prozent wollen, dass die Regierung sich für eine Verschiebung stark macht.

Es wurden insgesamt 2.057 Wahlberechtigte zwischen dem 12. und 15. September 2025 befragt. Laut Angaben des Instituts ist die Umfrage repräsentativ.

Ab dem Jahr 2035 sollen in der EU keine neuen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor mehr zugelassen werden, so wurde es im Jahr 2022 beschlossen. Das Ziel ist es, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu reduzieren. In Deutschland üben vor allem Vertreter der Unionsparteien und der Wirtschaft Druck aus, um den EU-Beschluss rückgängig zu machen. Auch der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen, Olaf Lies (SPD), hat kürzlich gefordert, dass man sich ab dem Jahr 2035 vom Verbrenner-Aus distanzieren sollte.

Die geplante Abschaffung von Verbrennungsmotoren stieß hauptsächlich bei den Anhängern der Grünen und der Linken auf Zustimmung, während der stärkste Widerstand von AfD-Wählern kam.

Macht Klimaschutz das Leben teurer?

Eine klare Mehrheit von 60 Prozent der Befragten glaubt auch, dass der Klimaschutz das Leben in Deutschland langfristig teurer macht. Insgesamt 13 Prozent erwarten keine Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten. 17 Prozent sind der Meinung, dass der Klimaschutz das Leben langfristig günstiger macht.

Trotzdem gibt es eine gewisse Unterstützung für den Umweltschutz. 36 Prozent der Befragten möchten, dass die Regierung mehr tut, 29 Prozent sind mit dem bisherigen Kurs zufrieden, 24 Prozent erwarten weniger Engagement für das Klima.

Im letzten Jahr lag die Temperatur der Erde laut EU-Zahlen um 1,6 Grad über der Temperatur des vorindustriellen Zeitalters. Bei der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, zumindest aber auf deutlich unter 2 Grad. Wissenschaftler betrachten dies als zunehmend unrealistisch.

dpa