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UN-Bericht: 281,6 Millionen Menschen in akuter Hunger-Notlage weltweit

Die Aussichten für 2024 sind düster. Mehr Hilfe nötig, um Hungersnot zu verhindern und Frieden zu sichern.

Die meisten Hungernden lebten im vergangenen Jahr in der Demokratischen Republik Kongo (25,8 Millionen), gefolgt von Nigeria, dem Sudan und Afghanistan.
Foto: Kate Bartlett/dpa

Die Anzahl der Personen in akuter Hunger-Notlage stieg im letzten Jahr weltweit auf 281,6 Millionen. Dies sind 24 Millionen mehr als im Vorjahr, wie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) und Partnerorganisationen in ihrem Bericht über Hungerkrisen weltweit mitteilten. 700.000 Menschen stehen kurz vor dem Verhungern, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. In 17 Ländern hat sich die Situation verbessert, in zwölf Ländern hat sie sich jedoch deutlich verschlechtert.

«Die Aussichten für 2024 sind düster», sagte Dominique Burgeon, Leiter des Genfer Büros der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). Im Gazastreifen drohe schon in sechs Wochen eine Hungersnot, wenn nicht dringend mehr Hilfe in das abgesperrte Gebiet gebracht werde, sagte Gian Carlo Cirri, Direktor des Genfer Büros des UN-Welternährungsprogramms (WFP).

Die Gründe für Hunger-Notlagen

Laut dem Bericht waren Konflikte der Hauptauslöser von Hungerkrisen. Dies betraf 135 Millionen Menschen. Der zweite Grund waren Wirtschaftsschocks, wie beispielsweise inflationsbedingte Preissteigerungen oder hohe Staatsschulden, die Regierungen daran hinderten, gegenzusteuern. Dies betraf 75 Millionen Menschen. An dritter Stelle standen Wetterkatastrophen, durch die 72 Millionen Menschen ins Elend gestürzt wurden. Die Organisationen forderten eine verstärkte Zusammenarbeit von Regierungen und UN-Organisationen, um Frieden und nachhaltige Lösungen zur Nahrungsmittelsicherheit zu finden. Zudem waren die humanitären Spendenaufrufe in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar nur zu etwas mehr als 40 Prozent gedeckt.

Wie Notlagen beurteilt werden

Die Autoren beziehen sich auf die fünfstufige Tabelle der Ernährungssicherheit. Stufe 1 bedeutet, dass ausreichend Nahrung vorhanden ist, Stufe 5 entspricht Zuständen wie bei einer Hungersnot. In akuten Hunger-Notlagen befinden sich die Menschen in den obersten drei Kategorien. Sie können entweder ihren minimalen Nahrungsbedarf durch den Verkauf lebenswichtiger Besitztümer decken (Stufe 3), oder der Mangel an Essen hat bereits zu Unterernährung geführt (Stufe 4), oder sie haben nur noch Zugang zu einer oder zwei Nahrungsmittelgruppen und mehr als 30 Prozent der Menschen sind akut unterernährt (Stufe 5). Für die 700.000 Menschen, die kurz vor dem Verhungern standen, galt Stufe 5. Sie lebten im Gazastreifen, im Südsudan, in Burkina Faso, in Somalia und in Mali.

Wo die Lage am schlimmsten ist

Im letzten Jahr lebten die meisten Hungernden in der Demokratischen Republik Kongo (25,8 Millionen), gefolgt von Nigeria, dem Sudan und Afghanistan. Der Gazastreifen hatte gemessen am Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung die schlimmste Lage, wie eine Untersuchung im Dezember 2023 zeigte, in der sich alle Bewohner in den höchsten drei Kategorien der Skala befanden. Dahinter folgten der Südsudan, Jemen und Syrien, wo mehr als die Hälfte der Menschen in akuter Notlage waren.

dpa