Die Vereinten Nationen berichten von einer dramatischen Versorgungslage, die fast die gesamte Bevölkerung betrifft. Die Rede ist von einem «sich entwickelnden Völkermord».
UN-Experten: Israel setzt Hunger als Waffe ein

Laut den Vereinten Nationen ist die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens direkt von einer Hungersnot bedroht.
Das UN-Nothilfebüro OCHA wies erneut darauf hin, dass bereits 378.000 der 2,2 Millionen Einwohner des palästinensischen Küstenstreifens unter einer «katastrophalen» Mangelversorgung litten. Der Rest der Bevölkerung sei von einer Nahrungsmittelkrise betroffen.
Eine Gruppe von acht UN-Menschenrechtsexpertinnen und -experten warf Israel vor, Hunger als Kriegstaktik einzusetzen und sprach von einem «sich entwickelnden Völkermord». «Es ist beispiellos, dass man eine gesamte Zivilbevölkerung so schnell und vollständig hungern lässt. Israel zerstört die Nahrungsmittelversorgung im Gazastreifen und nutzt Nahrungsmittel als Waffe gegen das palästinensische Volk», schrieben sie in einer Stellungnahme.
Die Fachleute kritisierten, dass Israel landwirtschaftliche Flächen und den Zugang zum Meer zerstöre und blockiere. Sie wiesen darauf hin, dass Israel während der Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas mehr als ein Fünftel der Anbauflächen im Gazastreifen vernichtet habe. Außerdem sei ungefähr 70 Prozent der Fischereiflotte zerstört worden. Die Fachleute forderten einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfslieferungen.
Die acht Fachexperten, die vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf ernannt wurden, sind als Sonderberichterstatter für verschiedene Themen tätig. Diese Themen umfassen das Recht auf Nahrung und Gesundheit sowie die Lage in den Palästinensergebieten.








