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Unbefristeter Kita-Streik in Berlin ab Montag: Senat will Streik vor Gericht stoppen

Der Kita-Streik in Berlin geht in die nächste Runde: Ab Montag droht ein unbefristeter Streik, nachdem die Verhandlungen mit ver.di gescheitert sind. Der Senat will den Ausstand vor Gericht stoppen, während Eltern und Kinder auf eine Notbetreuung hoffen.

Berlin, Deutschland - 8. Juni 2023: Hauptsitz von ver.di - United Services Trade Union - Berlin, Deutschland
Berlin, Deutschland - 8. Juni 2023: Hauptsitz von ver.di - United Services Trade Union - Berlin, Deutschland
Foto: Shutterstock / nitpicker 1976

Der Kita-Streik eskaliert: Unbefristeter Streik ab Montag

Die monatelangen Verhandlungen sind endgültig gescheitert – ab kommendem Montag wird es in Berlin zu einem unbefristeten Kita-Streik kommen. Die Gewerkschaft ver.di konnte keine Einigung mit dem Berliner Senat und den Kita-Eigenbetrieben erzielen. Nun müssen sich Eltern auf unbestimmte Zeit auf massive Ausfälle in der Kinderbetreuung einstellen. Der Berliner Senat hat bereits angekündigt, den Streik vor das Arbeitsgericht zu bringen, um eine Einstellung des Ausstands zu erreichen.

Wie bereits in einem vorangegangenen Artikel berichtet, waren die Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung ebenfalls gescheitert. Dies bedeutet, dass nur für einen geringen Teil der Kinder eine Betreuung sichergestellt werden könnte.

Senat und ver.di im Streit um die Betreuungsquote

Der Kern des Konflikts liegt nach wie vor in den Betreuungsbedingungen und der Personalausstattung in den Kitas. Während ver.di eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Anpassung des Betreuungsschlüssels fordert, sieht der Senat finanzielle Engpässe als Hindernis. Eltern und Erzieher:innen sind zunehmend verzweifelt, da es in den vergangenen Monaten zu keiner nennenswerten Verbesserung kam.

Besonders brisant: Die Forderungen der Elterninitiative „Einhorn sucht Bildung“ umfassen neben der Verbesserung des Betreuungsschlüssels auch eine stärkere Förderung der Inklusion und eine bessere finanzielle Unterstützung für Kita-Verpflegung. Diese Themen bleiben weiterhin ungelöst, was die Situation für viele Familien verschärft.

Notbetreuung: Hoffnung auf Kompromisse

Inmitten der Streikankündigungen bleibt die Hoffnung auf eine Notbetreuung. Laut Tagesspiegel will die Bildungsverwaltung alles daransetzen, eine Notbetreuung für so viele Kinder wie möglich zu gewährleisten. Doch die Gewerkschaft ver.di stellt sich bisher gegen eine großzügige Notbetreuungsregelung. Die Folge: Viele Eltern stehen ab Montag vor dem Problem, kurzfristig alternative Betreuungslösungen zu finden.

Eltern und Erzieher:innen: Gemeinsam für bessere Bedingungen

Trotz des drohenden unbefristeten Streiks bleibt die Unterstützung der Eltern für die Erzieher:innen groß. Die Initiative „Einhorn sucht Bildung“ hat erneut betont, dass der Streik das letzte Mittel ist, um dringend benötigte Verbesserungen in der frühkindlichen Bildung durchzusetzen. Viele Eltern haben in den vergangenen Monaten demonstriert und sich an die Politik gewandt, um auf die Missstände hinzuweisen. Am 27. September ist eine weitere große Demonstration vor dem Roten Rathaus geplant, bei der Eltern und Erzieher:innen gemeinsam für bessere Bedingungen kämpfen werden.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein, ob der Senat den Streik gerichtlich stoppen kann – oder ob Berlin vor einer wochenlangen Schließung der Kitas steht.

Ricardo Bohn