Der Chef der Organisation warnt vor dem Zusammenbruch des humanitären Einsatzes, der für zwei Millionen Menschen in Gaza lebensnotwendig ist. Die Zahlungen von neun Ländern wurden vorübergehend eingestellt.
UNRWA-Hilfe in Gaza bedroht nach mutmaßlicher Beteiligung am Hamas-Massaker

Nachdem vorübergehend die Zahlungen an das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA aufgrund der vermuteten Beteiligung einiger Mitarbeiter am Massaker der Hamas in Israel eingestellt wurden, hat der Leiter der Organisation vor einer Beendigung der Hilfe in Gaza gewarnt.
«Unser humanitärer Einsatz, von dem zwei Millionen Menschen als Rettungsanker in Gaza abhängen, kollabiert», schrieb Philippe Lazzarini auf der Online-Plattform X (vormals Twitter). Er sei schockiert, dass solche Entscheidungen auf der Grundlage von mutmaßlichem Verhalten einiger weniger Leute getroffen würden. «Die Palästinenser in Gaza haben keine zusätzliche kollektive Bestrafung gebraucht», erklärte der Schweizer weiter.
Mitarbeiter womöglich in Angriff verwickelt
Gemäß der UNRWA hatten neun Länder laut Stand Samstag vorübergehend ihre Zahlungen an die Organisation im Gazastreifen eingestellt. Das Hilfswerk stellt nach eigenen Angaben Unterkünfte für über eine Million Menschen bereit und versorgt sie mit Nahrung und medizinischer Grundversorgung. Wichtige Geldgeber wie die USA, Großbritannien und auch Deutschland haben sich dafür entschieden, diesen Schritt zu gehen, da zwölf der mehreren Tausend Mitarbeiter der Organisation im Gazastreifen angeblich in das Blutbad vom 7. Oktober verwickelt waren. Sie wurden sofort entlassen.
UN-Generalsekretär António Guterres kündigte rasche Konsequenzen an. «Jeder UN-Mitarbeiter, der in Terrorakte verwickelt ist, wird zur Rechenschaft gezogen werden, auch durch strafrechtliche Verfolgung», sagte er laut einer Mitteilung der Vereinten Nationen. Eine Untersuchung durch das UN-Büro für interne Aufsichtsdienste sei unverzüglich eingeleitet worden.
Guterres sagte, von den zwölf Beschuldigten seien neun sofort identifiziert und entlassen worden. Ein Mitarbeiter sei für tot erklärt worden, die Identität der beiden anderen werde derzeit geklärt. Die Verdächtigen sollten auch strafrechtlich verfolgt werden, «die verabscheuungswürdigen angeblichen Handlungen dieser Mitarbeiter» müssten Konsequenzen haben.
Guterres wies darauf hin, die derzeitige Finanzierung des UNRWA reiche nicht aus, um die zwei Millionen Zivilisten im Gazastreifen im Februar zu unterstützen. Er appellierte an die Staaten, die ihre Beiträge ausgesetzt haben, die Kontinuität der Arbeit des UNRWA zu gewährleisten. Die Zehntausenden Mitarbeiter sollten nicht bestraft werden. «Die dringenden Bedürfnisse der verzweifelten Bevölkerungsgruppen, denen sie dienen, müssen erfüllt werden.» Guterres sagte, er sei selbst entsetzt über die Anschuldigungen.








