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Ureinwohnerin ist Indiens neues Staatsoberhaupt

Oft sind Indigene in Indien arm und marginalisiert – die frühere Lehrerin Draupadi Murmu hat es dennoch in eines der höchsten Staatsämter ihres Landes geschafft.

Indiens neue Staatspräsidentin Draupadi Murmu salutiert während ihrer Vereidigungszeremonie.
Foto: Uncredited/India's Presidential Palace/AP/dpa

In Indien ist die neue Staatspräsidentin Draupadi Murmu vereidigt worden. Die 64-Jährige ist dabei das erste Staatsoberhaupt aus der ethnischen Gruppe der Ureinwohner Indiens. Murmu, die der hindunationalistischen Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi angehört, legte am Montag ihren Amtseid ab. «Meine Wahl ist Beweis dafür, dass Arme in dem Land Träume haben und sie auch erfüllen können», sagte sie anschließend laut dem örtlichen Fernsehsender NDTV. Das indische Staatsoberhaupt erfüllt – ähnlich wie der deutsche Bundespräsident – vor allem repräsentative Aufgaben, die Macht liegt beim Premier. Der Präsident oder die Präsidentin wird alle fünf Jahre gewählt. Murmu ist die zweite Frau in dem Amt.

Murmu gehört ethnisch zu Indiens Ureinwohnern. Indigene Menschen machen gut 8,6 Prozent der Bevölkerung Indiens von rund 1,3 Milliarden Menschen aus. Oft sind Indigene arm und marginalisiert – auch wenn unter anderem einige Stellen bei der Regierung für die Volksgruppe vorgemerkt sind. Traditionell wohnen sie in Wäldern oder in der Nähe von Wäldern, wo sie sich als Jäger und Sammler ernähren. Viele sind auch als Landwirte tätig.

Murmu war früher Lehrerin und dann Gouverneurin des Bundesstaates Jharkhand. Als Gouverneurin setzte sie sich für die Rechte von Indiens Ureinwohnern ein. Als Präsidentin möchte sie sich für das Wohl von marginalisierten Menschen einsetzen, sagte sie am Montag.

Auch der bisherige Präsident gehörte zu einer marginalisierten Gruppe: Ram Nath Kovind ist ein Dalit, also ein Angehöriger der untersten Stufe des Kastenwesens, die früher als «Unberührbare» galten. Die Situation der Dalits hat sich während seiner Präsidentschaft kaum verändert. Dalits erleben viel Diskriminierung. 

dpa