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US-Abgeordnete Omar bei Auftritt in Minneapolis angegriffen

US-Präsident Trump macht seit langem Stimmung gegen die linke Abgeordnete aus Minneapolis. Inmitten der angespannten Lage in der Stadt wird Ilhan Omar nun bei einer Rede aus dem Publikum attackiert.

US-Präsident Donald Trump greift die linke Abgeordnete verbal immer wieder heftig an. (Archivbild)
Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Die bekannte demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar wurde bei einer Veranstaltung in Minneapolis von einem Mann aus dem Publikum angegriffen. Omar forderte gerade den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem wegen des brutalen Vorgehens der Bundes-Sicherheitskräfte in der Stadt, als der unbekannte Täter plötzlich aufstand, auf sie zukam und sie mit einer nicht identifizierbaren Substanz besprühte.

Videos des Vorfalls zeigen, wie der Angreifer eine Flüssigkeit auf Omar spritzt und sie beschimpft. Sicherheitskräfte überwältigen den Mann, bringen ihn zu Boden und führen ihn dann aus dem Raum. In den wenigen Sekunden, bevor ein Personenschützer eingreift, schien der Mann nicht zu versuchen, sich auf die unmittelbar vor ihm am Podium stehende Abgeordnete zu stürzen oder sie weiter tätlich anzugreifen.

Omar setzte ihren Auftritt danach fort. Man dürfe Angreifern nicht das letzte Wort überlassen, sagte die 43-Jährige. Menschen wie der Täter verstünden nicht, dass der Bundesstaat Minnesota und seine Bürgerinnen und Bürger stark und widerstandsfähig seien. «Wir bleiben widerstandsfähig – was auch immer sie vielleicht auf uns schleudern», sagte Omar unter Jubel und Applaus der Anwesenden. «Ich werde meine Rede zu Ende führen.» 

Auf der Plattform X schrieb sie später noch, ihr gehe es gut. Ein «kleiner Unruhestifter» werde sie nicht einschüchtern und davon abhalten, ihre Arbeit zu machen. Omar dankte den Bürgern ihres Wahlkreises, die zu ihr hielten. Ihr Büro erklärte, der Angreifer habe eine Spritze benutzt, um sie mit einer unbekannten Substanz anzuspritzen. Er sei festgenommen worden. 

Trump greift Omar verbal immer wieder heftigst an

US-Präsident Donald Trump greift die schwarze Abgeordnete immer wieder heftigst an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln hat er der US-Bürgerin schon häufiger nahegelegt, sie solle nach Somalia «zurückgehen». Bisweilen bezeichnete er die linke Abgeordnete auch als «garstig» oder machte sich über das Kopftuch der Muslimin lustig. Kritiker bezeichnen solche Angriffe Trumps als rassistisch. 

Einige konservative Republikaner betrachten die Demokratin Omar als Feindfigur – sie ist politisch stark links ausgerichtet, eine erfolgreiche schwarze Muslimin und bleibt trotz aller Kritik unerschütterlich. Omar hat auch früher über Morddrohungen gegen sie berichtet.

Minneapolis ist in Aufruhr

Die Stadt Minneapolis, die von Omar im Kongress vertreten wird, erlebt seit Wochen Unruhen. Der Grund dafür ist der massive und oft brutale Einsatz hochgerüsteter Bundes-Sicherheitskräfte, die Trumps strenge Abschiebepolitik durchsetzen. Auch nach zwei Tötungen von US-Bürgern durch Bundes-Sicherheitskräfte ist die Stimmung in der Stadt extrem angespannt.

Als Omar acht Jahre alt war, floh ihre Familie aus Somalia, einem Krisenstaat am Horn von Afrika. Im Jahr 1997 zog die heutige Abgeordnete mit ihrer Familie nach Minneapolis. Seit 2019 ist sie Abgeordnete im Repräsentantenhaus in Washington.

dpa