Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

US-Hinrichtung: Anwälte wenden sich an Supreme Court

Ein Mann in Alabama soll mit Stickstoff hingerichtet werden. Menschenrechtsexperten warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod. Nun rufen seine Anwälte das höchste US-Gericht an.

Ob sich der Supreme Court der Sache annimmt, ist völlig unklar.
Foto: Mariam Zuhaib/AP

Die Anwälte des Mannes, der in einer Woche im US-Bundesstaat Alabama hingerichtet werden soll, haben den Obersten Gerichtshof der USA gebeten, zu intervenieren.

Laut den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass die Anwälte argumentieren, dass es zu viele offene Fragen gibt, um den Verurteilten zum jetzigen Zeitpunkt hinzurichten. Es ist völlig unklar, ob sich der Supreme Court mit der Angelegenheit befasst.

Menschenrechtsexperten warnen

Kenneth Eugene Smith, der im Jahr 1988 wegen eines Auftragsmordes zum Tode verurteilt wurde, wird voraussichtlich am 25. Januar durch die Anwendung von Stickstoffhypoxie hingerichtet. Bei dieser Hinrichtungsmethode wird dem Verurteilten über eine Gesichtsmaske Stickstoff zugeführt, was zum Tod durch Sauerstoffmangel führt. Diese Art der Vollstreckung eines Todesurteils wurde in den USA bisher noch nicht durchgeführt. Laut einer Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros ist auch sonst kein vergleichbarer Fall bekannt. Die Methode wird normalerweise bei Tieren angewendet.

Experten für Menschenrechte der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen davor, dass der mögliche Tod durch die Inhalation von reinem Stickstoff möglicherweise grausam ist und sogar Folter ähnelt. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass dies keine schweren Leiden verursacht.

Hinrichtungen mit Giftspritze

Smiths Anwälte haben bislang vergeblich Einspruch erhoben. In ihrem Gesuch an die höchste Instanz im Land argumentieren sie nun mit dem achten Zusatzartikel der US-Verfassung, der «grausame und ungewöhnliche Strafen» verbietet. Zentraler Teil ihrer Argumentation ist die Tatsache, dass Smith bereits 2022 mit einer Giftspritze hingerichtet werden sollte.

Das Gefängnispersonal schaffte es jedoch nicht, die erforderliche Kanüle in seinen Arm zu legen. Der 58-Jährige wurde nach mehreren Stunden, in denen er auf einem Exekutionstisch festgeschnallt lag, wieder in seine Zelle gebracht. Im selben Jahr waren bereits zwei weitere Hinrichtungen mit der Giftspritze in Alabama gescheitert.

dpa