Moskau sprach von einem «Terroranschlag», aber die Ukraine bestritt den angeblichen Angriff auf Kremlchef Putins Residenz. Nun werden Erkenntnisse der US-Geheimdienste öffentlich.
US-Medien: Laut CIA kein Angriff Kiews auf Putins Residenz

Der US-Geheimdienst CIA ist Medienberichten zufolge zu dem Schluss gekommen, dass einer der jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine nicht den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dessen Residenz zum Ziel hatte. Das berichteten das «Wall Street Journal» sowie die Sender PBS und CNN unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter der US-Regierung.
Der US-Auslandsgeheimdienst widerspricht damit den schweren Vorwürfen aus Moskau vom Montag. Zunächst hatte auch Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Putin die Ukraine wegen des angeblichen Angriffs kritisiert.
Kiew hat entschieden bestritten, dass sie eine Residenz Putins angegriffen haben. Die Ukraine betrachtete dies als einen Vorwand Russlands, den Krieg trotz laufender Verhandlungen über eine Friedenslösung fortzusetzen und erneut Regierungsgebäude in Kiew angreifen zu wollen.
Am Mittwoch präsentierte Russland erstmals mögliche Beweise für den Angriff, darunter Reste einer vermutlich ukrainischen Drohne. Viele Experten zweifeln jedoch daran, dass der von Russland beschriebene Angriff tatsächlich stattgefunden hat.
Trump von CIA-Chef über Erkenntnisse unterrichtet
Laut US-Beamten, auf die sich das «Wall Street Journal» beruft, war der umstrittene ukrainische Drohnenangriff auf ein militärisches Ziel in derselben Region wie Putins Residenz gerichtet – jedoch nicht in unmittelbarer Nähe des Anwesens. Eine Analyse der CIA bestätigt dies ebenfalls.
Die Sender PBS und CNN berichteten, Trump sei am Mittwoch von CIA-Chef John Ratcliffe über die Erkenntnisse des Geheimdienstes unterrichtet worden. Am selben Tag (Ortszeit) teilte der US-Präsident dann auf überraschend einen sehr russlandkritischen Artikel auf seiner Plattform Truth Social. Das Boulevardblatt «New York Post» stellt in dem Stück Putin als eigentliche Hürde auf dem Weg zum Frieden dar und geht hart mit ihm ins Gericht.
Gemäß russischen Medienberichten handelt es sich bei dem angeblichen Angriffsziel um Putins Waldai-Residenz, die sich im Gebiet Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg befindet. Dort verbringt Putin angeblich häufig seine Wochenenden mit der Familie. Sein Privatleben wird jedoch vom Kreml wie ein Staatsgeheimnis gehütet.
Moskau sprach von «Terroranschlag» auf Putins Residenz
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Montag von einem versuchten «Terroranschlag» gesprochen. Er sprach von 91 ukrainischen Drohnen mit größerer Reichweite, die Russlands Flugabwehr abgeschossen habe. Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, sagte später, der Kremlchef habe Trump darüber bei einem Telefonat informiert, nachdem es einen versuchten Drohnenangriff der Ukraine gegen seine Präsidentenresidenz im Gebiet Nowgorod gegeben habe. Der Kreml hoffe auf Verständnis der USA, dass Russland nun seine Position bei den Verhandlungen überdenke.
Uschakow erwähnte weder den Namen der Residenz noch gab er Informationen darüber, ob sich Putin dort in der Nacht zum Montag aufgehalten hatte. Der russische Präsident hat in vielen Teilen des flächenmäßig größten Landes der Erde Residenzen zur Verfügung. Außerhalb von Moskau verbringt Putin auch regelmäßig Zeit in St. Petersburg und in Sotschi am Schwarzen Meer.
Seit fast vier Jahren verteidigt sich die Ukraine mit Unterstützung des Westens gegen einen von Putin angeordneten Angriffskrieg gegen das Nachbarland.








