Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

US-Truppen in Deutschland: Trump droht mit Teil-Abzug

US-Präsident Donald Trump stellt die Zukunft der US-Truppen in Deutschland in Frage und droht mit einem Teil-Abzug. Während er Bundeskanzler Merz für dessen Kritik am Iran angreift, könnte eine Entscheidung über die Truppenpräsenz bald fallen.

Artikel hören

US-Truppen in Deutschland: Trump droht mit Teil-Abzug
Media Library

US-Präsident Donald Trump stellt die Stationierung amerikanischer Soldaten in Deutschland in Frage. Auf seiner Plattform Truth Social kündigte er an, dass die USA eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen prüfen. Eine Entscheidung soll in naher Zukunft getroffen werden.

In der Vergangenheit hatte Trump bereits scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz geübt. Merz hatte die US-Politik gegenüber dem Iran in Frage gestellt, woraufhin Trump über Merz schrieb:

„Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!“

Zudem warf er dem Kanzler vor, die iranische Atomwaffenpolitik zu unterstützen.

Truppenabzug bereits in der Vergangenheit angedroht

Bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. Damals plante er, 12.000 der rund 35.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland abzuziehen, was er mit den aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben begründete. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte diese Pläne nach seinem Amtsantritt.

Die US-Truppen in Deutschland galten während des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik. Heute sind sie auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Regionen rund um die Militärstützpunkte.

Wirtschaftliche Bedeutung der US-Truppen

Tausende von Ortskräften sind für das US-Militär tätig. Besonders in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern sind viele Arbeitsplätze von der Präsenz der amerikanischen Streitkräfte abhängig.

  • Der Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern spielt eine zentrale Rolle. Dort befindet sich die größte US-Militärgemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten.
  • Schätzungen zufolge fließen jährlich Hunderte Millionen Euro durch Löhne, Gehälter, Mieten und Aufträge in die regionale Wirtschaft.
  • Aktuell wird in der Nähe von Ramstein das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA errichtet.

Wichtige Kommandoeinrichtungen in Deutschland

Zusätzlich zu Ramstein befinden sich in Deutschland bedeutende Kommandoeinrichtungen, darunter das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart.

Der US-Kongress verabschiedete Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus, der besagt, dass die Zahl der dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos stationierten Streitkräfte nicht länger als 45 Tage unter 76.000 fallen darf. Für eine Reduzierung wären danach spezifische Berichtswege erforderlich.

Merz berichtet von Trump-Zusage

Im März hatte Merz nach einem Treffen mit Trump in Washington erklärt, der US-Präsident habe ihm den Erhalt der Truppenpräsenz zugesichert.

„Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe“,

sagte Merz damals. Ob Trump auch zugesichert hatte, die volle Truppenstärke aufrechtzuerhalten, ließ Merz offen.

Bereits im Sommer des Vorjahres hatte Trump Deutschland Hoffnung gemacht. Auf die Frage, ob er die US-Truppen in Deutschland belassen werde, antwortete er:

„Ja, wir werden darüber reden.“

Er zeigte sich bereit, die Soldaten dort zu belassen, wenn Deutschland dies wünsche.

Belastetes Verhältnis zwischen Merz und Trump

Nach Trumps jüngsten Äußerungen scheint das Verhältnis zu Merz angespannt. Der Kanzler wies jedoch darauf hin, dass er das persönliche Verhältnis zu Trump als

„unverändert gut“

empfinde. Man sei

„nach wie vor in guten Gesprächen miteinander“

.

Merz hatte die US-Regierung zuvor öffentlich kritisiert und Washington vorgeworfen, keine Exit-Strategie für den Iran-Konflikt zu haben. Er äußerte, die Amerikaner seien

„ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“

, was er in einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland ansprach.

Trump kritisierte nicht nur Merz, sondern auch den britischen Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Nach einer Äußerung Trumps über den Papst kam es zudem zu Spannungen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Mehr zum Thema

Wegen guter Zusammenarbeit: Trump sagt zweiten Angriff auf Venezuela ab | Politik

„`

Bildquelle: depositphotos

Ronny Winkler