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US-Wahlbewerber Kennedy irritiert mit Bären-Geschichte

Robert F. Kennedy will ins Weiße Haus. Doch eine bizarre Geschichte über den US-Präsidentschaftskandidaten führt in den New Yorker Central Park.

Kennedy bei einem Wahlkampfauftritt
Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Der unabhängige amerikanische Präsidentschaftsbewerber Robert F. Kennedy sorgt mit einer merkwürdigen Geschichte über eine im Central Park in New York abgelegte Bärenleiche für Verwirrung. Auf seinem Konto auf der Plattform X veröffentlichte der Nachkomme der berühmten US-Familie ein Video, in dem er einer Gruppe Umstehender erzählt, wie er einmal ein überfahrenes Bärenjunges im Norden der Metropole in sein Auto geladen und später im berühmten Park in Manhattan zurückgelassen habe.

Was klingt verrückt, scheint tatsächlich passiert zu sein: Vor zehn Jahren berichteten zahlreiche US-Medien über einen jungen Schwarzbären, der unter mysteriösen Umständen im Central Park gefunden wurde. Nun gesteht der umstrittene Präsidentschaftskandidat Kennedy – Neffe des ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy – den Vorfall. In dem Video erklärt er, dass er eigentlich vorhatte, dem Bären das Fell abzuziehen und das Fleisch in seinem Kühlschrank aufzubewahren.

Toter Bär im Central Park: «Großartige Idee»?

Doch als er in der Millionenmetropole mit einem Abendessen in einem Restaurant fertig gewesen sei, habe er nicht genug Zeit gehabt: «Ich musste zum Flughafen, und der Bär war in meinem Auto, und ich wollte den Bären nicht im Auto lassen, denn das wäre schlimm gewesen», erklärte Kennedy im Video. Zusammen mit den ihn begleitenden Personen habe er entschieden, das Tier im Central Park abzuladen und es so aussehen zu lassen, als hätte es ein Fahrrad getötet. «Alle dachten, das sei eine großartige Idee.» Der 70-Jährige räumte ein, die Leute um ihn herum seien alkoholisiert gewesen – er aber nicht. 

https://x.com/RobertKennedyJr/status/1820132549798347109

Kennedy, dem bei der Wahl am 5. November keine reelle Chance eingeräumt wird, reagierte mit dem Video offensichtlich auf eine Recherche des Magazins «New Yorker», das ihn wegen der Bären-Geschichte kontaktiert hatte. Der «New Yorker» schaltete kurz darauf tatsächlich einen Artikel frei, in dem der Vorfall geschildert wird. Zudem ist dort auch ein Foto veröffentlicht, in dem Kennedy scheinbar seine Hand in das Maul des toten Bären steckt.

Nicht die erste haarsträubende Geschichte

Zuletzt war Kennedy in die Schlagzeilen geraten, weil er einem Zeitungsbericht zufolge davon ausgeht, dass ein Parasit in seinem Gehirn vor einigen Jahren für Gedächtnisverlust verantwortlich war. Ein Doktor habe ihm gesagt, dass ein dunkler Fleck in seinem Gehirn auf einen Wurm zurückgehe, «der in mein Gehirn eingedrungen war, einen Teil davon gefressen hatte und dann starb», zitierte die «New York Times» aus einer eidesstattlichen Aussage aus dem Jahr 2012. 

Kennedy war über viele Jahre hinweg Demokrat, hat sich jedoch in den letzten Jahren zunehmend von der Partei distanziert und im Oktober 2023 angekündigt, sich als Parteiloser um das Präsidentenamt zu bewerben. In letzter Zeit wurde der bekennende Impfgegner von Demokraten und Familienmitgliedern häufig für die Verbreitung von Verschwörungsmythen und den Kontakt zu rechtsextremen Politikern kritisiert.

Angesichts der jüngsten Geschichte Kennedys beschrieb der «New Yorker» auch dessen Reaktion auf das Foto, auf dem er mit dem toten Bären posierte. «Vielleicht habe ich mir so meinen Gehirnwurm eingefangen», sagte er dem Magazin. 

dpa