Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

USA: Ex-Wahlhelferinnen verklagen Giuliani erneut

Rudy Giuliani, der Ex-Bürgermeister von New York, muss wegen Verleumdung von zwei ehemaligen Wahlhelferinnen eine Entschädigung zahlen. Nun ziehen die Frauen erneut gegen den 79-Jährigen vor Gericht.

Shaye Moss (l) und ihre Mutter Ruby Freeman reichten eine Unterlassungsklage gegen Rudy Giuliani ein.
Foto: Alex Brandon/AP

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der aufgrund von Verleumdung von zwei ehemaligen Wahlhelferinnen dazu verurteilt wurde, knapp 150 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen, wurde erneut von den beiden Frauen verklagt. Ruby Freeman und Shaye Moss haben eine Unterlassungsklage eingereicht. Sie streben vor Gericht an, dass der 79-jährige Giuliani sie zukünftig nicht mehr verleumden darf.

Freeman und Moss, die Mutter und Tochter sind, haben bei der Präsidentenwahl 2020 im US-Bundesstaat Georgia als Wahlhelferinnen gearbeitet. Giuliani, ein Verbündeter von Ex-Präsident Donald Trump, hat nach der Wahl fälschlicherweise behauptet, dass Helfer wie sie Wahlzettel für Trump weggeworfen und gefälschte Zettel für den Demokraten Joe Biden gezählt hätten. Dadurch wurden Moss und ihre Mutter ins Visier von Trump-Anhängern geraten.

Die Klägerinnen behaupten nun, dass Giuliani weiterhin dieselben Lügen verbreitet, für die er bereits belangt worden ist. Die Tatsache, dass er sich weigert, solche Äußerungen in Zukunft zu unterlassen, zeigt, dass er beabsichtigt, mit seiner gezielten Verleumdung und Belästigung fortzufahren, wie es in der Klageschrift heißt.

Giuliani zeigte keine Reue

Im vergangenen Jahr erhielten beide Frauen landesweite Aufmerksamkeit, als sie vor dem Untersuchungsausschuss zur Attacke auf das Kapitol im Kongress aussagten. Moss schilderte, dass Menschen sie bedroht und ihr den Tod gewünscht hätten. Schließlich reichten die beiden Frauen eine Klage auf Schadenersatz ein und beschuldigten Giuliani, dass seine Behauptungen ihren Ruf zerstört und zu zahlreichen rassistischen Drohungen gegen sie geführt hätten. Die beiden Frauen sind schwarzer Hautfarbe.

Giuliani hat im Prozess nicht ausgesagt, aber vor dem Gericht zu Reportern gesagt, dass er seine Aussagen nicht bereut und dass sie wahr waren. Die Geschworenenjury hat den beiden Frauen am vergangenen Freitag eine deutlich höhere Summe zugesprochen, als sie gefordert hatten.

dpa