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Verkehrsreduktion und flexible Arbeit: Strategien zur Bewältigung der Ölkrise

Die Internationale Energieagentur fordert angesichts der Ölkrise Verhaltensänderungen wie Tempolimits und Homeoffice, um den Verbrauch schnell zu senken. Maßnahmen wie weniger Flugreisen und effizienterer Verkehr könnten helfen, den Druck auf die Märkte zu verringern.

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IEA drängt in Ölkrise auf Tempolimit und Homeoffice
KI-generiert

Die Internationale Energieagentur (IEA) fordert angesichts der Ölkrise, die durch den Konflikt im Iran ausgelöst wurde, umgehende Maßnahmen zur Senkung des Ölverbrauchs. Im Fokus der Empfehlungen steht der Verkehrssektor, der laut IEA etwa 45 Prozent des gesamten Ölverbrauchs ausmacht. Die Organisation hebt hervor, dass bereits einfache Verhaltensänderungen kurzfristig positive Effekte erzielen können.

Die IEA schlägt vor, dass mehr Menschen im Homeoffice arbeiten und verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Zudem könnte ein gesenktes Autobahn-Tempolimit von mindestens zehn Kilometern pro Stunde den Spritverbrauch im Pkw- und Güterverkehr verringern. Italien schlägt Alarm: Regierung interveniert bei Spritpreisen.

Weitere Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion

Zusätzlich empfiehlt die IEA, Zufahrtsbeschränkungen für Autos in städtischen Gebieten einzuführen, beispielsweise durch ein System, das Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Kennzeichen im Wechsel zulässt. Solche Maßnahmen könnten Staus reduzieren und somit den Kraftstoffverbrauch senken.

  • Carsharing und effizientere Fahrweisen könnten ebenfalls zur Einsparung von Öl beitragen.
  • Ein Rückgang der Flugreisen würde den Ölbedarf während der Krise dämpfen.

Aufgrund der iranischen Blockade der Straße von Hormus sind Saudi-Arabien und Irak auf der Suche nach alternativen Exportwegen.

Staatliche Eingriffe und gezielte Unterstützung

Die IEA betont, dass neben Verhaltensänderungen auch staatliche Eingriffe notwendig sind. Regierungen sollten durch regulatorische Maßnahmen und gezielte Anreize eine Vorreiterrolle einnehmen. Der Fokus sollte dabei auf den Verbrauchern liegen, die besonders stark unter den Auswirkungen der Krise leiden. Die IEA ist der Ansicht, dass gezielte Hilfen effektiver sind als breit angelegte Subventionen, wie frühere Krisen gezeigt haben.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass insbesondere Italien, Belgien und das Vereinigte Königreich die Folgen der Blockade der Straße von Hormus stark zu spüren bekommen.

Freigabe der strategischen Ölreserven

Die Energieagentur weist darauf hin, dass ihre Mitgliedsländer bereits mit der Freigabe strategischer Ölreserven begonnen haben. Diese freigegebenen Reserven bestehen größtenteils aus Rohöl, während die Beiträge in Europa vorrangig in Form von raffinierten Produkten bereitgestellt werden, wie die IEA am Donnerstagabend mitteilte.

Vor einer Woche beschloss die Organisation, 426 Millionen Barrel Öl aus ihren Notvorräten freizugeben, um den durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Preisanstieg abzufedern. Der Preisanstieg ist hauptsächlich auf die Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen, die von den iranischen Revolutionsgarden de facto gesperrt wurde. Normalerweise werden dort etwa 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert.

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TS