China blockiert im Südchinesischen Meer den Zugang zum Scarborough-Riff und verschärft damit die geopolitischen Spannungen. Experten warnen vor weitreichenden Folgen für den globalen Handel und die Preise.
Während Hormus-Verhandlung: China blockiert nächste wichtige Seeroute | Politik

Peking/Manila – Während die Verhandlungen zwischen Iran und den USA über die Straße von Hormus andauern, eskaliert eine weitere maritime Krise Tausende Kilometer entfernt. China hat im Südchinesischen Meer offenbar eine Blockade um das strategisch wichtige Scarborough-Riff errichtet, was die Situation weiter anheizt.
Aktuelle Satellitenbilder belegen, dass China Schiffe sowie eine schwimmende Barriere einsetzt, um den Zugang zu dem Atoll zu versperren. Diese Maßnahmen stehen im Kontext der Spannungen mit den Philippinen, die ebenfalls Ansprüche auf das Riff erheben. Das Scarborough-Riff liegt 220 km westlich der philippinischen Insel Luzon und ist Teil einer bedeutenden Fischerei- und Handelszone.
Geopolitische Warnungen
Der Geopolitik-Experte Prof. Klemens Fischer von der Universität Köln äußerte sich besorgt über die Situation. Er erklärte:
„Während die Welt gebannt auf die Straße von Hormus und die Doppelblockade durch den Iran und die USA blickt, beginnt China rund 3700 Seemeilen entfernt im Südchinesischen Meer ebenfalls eine Seeblockade zu errichten.“
Für die Philippinen stellt dies eine Provokation dar. Berichten zufolge wurden eigene Boote der Philippinen wiederholt von chinesischen Einheiten verdrängt, obwohl das Riff nach philippinischer Auffassung in ihrer Wirtschaftszone liegt. China ignoriert diese Ansprüche seit Jahren. Prof. Fischer sieht das Atoll als Testfall dafür, ob China mit solchen Sperren durchkommt.
„Wenn Peking Erfolg hat, könnte es bald noch mehr Seewege kontrollieren wollen – Schritt für Schritt“,
warnte er.
Globale Auswirkungen der Blockade
Fischer betont, dass Chinas Vorgehen eine „ganz andere Dimension“ als die derzeitige Blockade in Hormus hat. Er erläutert:
„Durch die Südchinesische See wird jährlich rund ein Drittel des weltweiten Seehandels durchgeschleust, also Waren im Wert von circa 3,3 Billionen US-Dollar.“
In diesem geopolitischen Konflikt sind sieben Anrainerstaaten in neun verschiedenen Zonen um den alleinigen Anspruch auf das Gebiet involviert, wobei China in nahezu jeden Konflikt verwickelt ist.
Die möglichen Folgen einer vollständigen Blockade wären global spürbar, auch in Deutschland. Fischer warnt:
„Alleine diese Verunsicherung ist geeignet, die Versicherungsprämien für Schiff und Ladung anzuheben und damit die Transportkosten, die sich in den Endverbraucherpreisen niederschlagen, nach oben zu treiben.“
Dies könnte zur Folge haben, dass viele Produkte teurer werden.
Abschließend zieht der Professor ein düsteres Fazit:
„Wenn das Sperren von Seewegen, die für die Weltwirtschaft lebensnotwendig sind, zum Sport der Großmächte wird, sind die Europäer diejenigen, die die Zeche bezahlen, ohne in der Lage zu sein, zu intervenieren.“
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