Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

US-Präsident Biden optimistisch für Waffenruhe im Gaza-Krieg

Biden hofft auf eine baldige Einigung, trotz erschwerter Verhandlungen nach tragischem Vorfall im Gazastreifen.

Joe Biden zeigt sich optimistisch hinsichtlich einer Waffenruhe im Gazastreifen.
Foto: Evan Vucci/AP/dpa

US-Präsident Joe Biden rechnet eher nicht mit einer Einigung auf eine Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg bis Montag. «Wahrscheinlich nicht bis Montag, aber ich bin zuversichtlich», sagte Biden in Washington auf die Frage einer Reporterin nach einem solchen Deal.

Biden zeigte sich kurz vor seinem Abflug an die US-Südgrenze aber weiter optimistisch. Der 81-Jährige hatte Anfang der Woche entsprechende Hoffnungen geweckt und gesagt: «Ich hoffe, dass wir bis kommenden Montag eine Waffenruhe haben werden.»

Vorfall mit Dutzenden Toten zeigt Dringlichkeit einer Waffenruhe

Biden äußerte sich kurz zu Berichten über einen Vorfall mit einem Hilfskonvoi im Gazastreifen mit vielen Toten. Er betonte, dass dieser die Verhandlungen für eine mögliche Waffenruhe erschweren könnte. Allerdings fehlten ihm konkrete Details zu dem Vorfall.

Biden telefonierte nach Angaben des Weißen Hauses mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad al-Thani. In den Telefonaten hätten alle Beteiligten den Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung bedauert, so das Weiße Haus. Es handle sich um einen «tragischen und alarmierenden Vorfall».

Man sei sich einig, dass dieser Vorfall die Dringlichkeit unterstreiche, die Verhandlungen so bald wie möglich abzuschließen und die humanitäre Hilfe für den Gazastreifen auszuweiten. Weiter hieß es, dass sich Biden mit dem ägyptischen Präsidenten und dem Emir von Katar mit Blick auf eine Waffenruhe darüber ausgetauscht habe, «wie eine solche längere Phase der Ruhe zu etwas Dauerhaftem ausgebaut werden könnte».

Laut der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen sollen bei dem Vorfall am Donnerstag über hundert Menschen getötet und mehrere Hundert verletzt worden sein. Die israelische Armee teilte mit, dass zahlreiche Anwohner versucht hätten, einfahrende Lastwagen mit Hilfsgütern zu plündern. Dutzende sollen dabei durch Rempeleien und Gedränge ums Leben gekommen oder verletzt worden sein. Es wird auch berichtet, dass Menschen von Lastwagen überfahren wurden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Verschiedene israelische Medien hatten unter Berufung auf Armeekreise berichtet, dass sich aus unbekannten Gründen ein Teil der Menge den israelischen Soldaten genähert habe, die die Einfuhr der Lastwagen koordinierten, und sie dadurch gefährdet habe. Als Konsequenz hätten die Soldaten das Feuer auf die Gruppe eröffnet.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt um den 10. März. Es ist unklar, ob die internationalen Vermittler bis dahin ein Abkommen über einen erneuten Geisel-Austausch aushandeln können. Die USA und Katar, die gemeinsam mit Ägypten die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas ermöglichen, haben zuletzt vorsichtig optimistische Signale gesendet.

dpa