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Warnstreik für bessere Bedingungen in Berliner Kitas: Elterninitiative fordert Unterstützung und Entlastung

Am 12. September 2024 treten die Kita-Beschäftigten in den Warnstreik, unterstützt von der Elterninitiative „Einhorn sucht Bildung“. Sie fordern bessere Betreuungsschlüssel, Inklusionsmaßnahmen und mehr Ressourcen für die frühkindliche Bildung.

Kita-Warnstreik: Senat lehnt Verhandlungen ab

Am 12. September 2024 rufen Gewerkschaften zum Warnstreik der Kita-Beschäftigten in Berlin auf. Hintergrund ist die Weigerung des Berliner Senats, Tarifverhandlungen für einen Vertrag zur „Pädagogischen Qualität und Entlastung“ aufzunehmen. Dies betrifft die Beschäftigten in den Kitabetrieben des Landes Berlin. Gefordert wird unter anderem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere der Betreuungsschlüssel und die Entlastung der Erzieherinnen und Erzieher. Der Streik wird in verschiedenen Kita-Eigenbetrieben in Berlin organisiert, darunter Kindergärten in den Bereichen City, NordOst, Nordwest, SüdOst und SüdWest.

Der Berliner Senat verweist auf finanzielle Engpässe, doch für die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Elterninitiative „Einhorn sucht Bildung“ steht fest: Nur mit einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen kann die Qualität der frühkindlichen Bildung gesichert werden. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Personalmangel in den Kitas, der zu einer Überlastung des Personals führt und die pädagogische Arbeit erschwert.

Elterninitiative „Einhorn sucht Bildung“: Verbesserungen für Kinder gefordert

Die Elterninitiative „Einhorn sucht Bildung“, die seit langem für bessere Bedingungen in den Berliner Kitas kämpft, unterstützt die Streikenden mit ihren umfangreichen Forderungen. Sie kritisiert insbesondere den derzeitigen Betreuungsschlüssel, der nicht den Empfehlungen entspricht. Nach Angaben der Initiative werden 92% der Kinder unter drei Jahren in Gruppen betreut, die nicht kindgerecht sind. Gefordert wird eine Verbesserung auf einen Schlüssel von 1:3 in Krippengruppen und 1:7,5 in Kindergartengruppen. Diese Maßnahme sei unerlässlich, um eine qualitativ hochwertige Betreuung sicherzustellen.

Weitere Forderungen der Initiative betreffen die Inklusion von Kindern mit Behinderungen. Der Anteil dieser Kinder in Berliner Kitas ist mit 60% der höchste im Bundesvergleich. Um den Bedürfnissen dieser Kinder gerecht zu werden, fordert die Elterninitiative zusätzliche Fachkräfte und spezialisierte Ressourcen sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat. Gleichzeitig sollen Fortbildungen, Teamsitzungen und Ausfallzeiten besser in die Personalplanung einbezogen werden, um eine stabile Betreuung zu garantieren.

Qualität der Kita-Verpflegung und Unterstützung durch Verwaltungskräfte

Neben den Verbesserungen im Betreuungsschlüssel und der Inklusion fordert die Initiative auch die komplette Finanzierung einer vollwertigen Verpflegung für Kitakinder. Dies soll sicherstellen, dass alle Kinder – unabhängig von ihren familiären Verhältnissen – Zugang zu gesunder Ernährung haben. Ebenso wird die uneingeschränkte Übernahme der Kosten für Sprachmittler:innen gefordert, um die Kommunikation zwischen Eltern, Erzieher:innen und Kitaleitungen zu erleichtern.

Eine weitere Entlastung der pädagogischen Fachkräfte könnte durch die Einstellung von Verwaltungspersonal erreicht werden, sodass Erzieher:innen sich voll und ganz auf die Betreuung der Kinder konzentrieren können.

Solidarität mit den Streikenden

Die Initiative „Einhorn sucht Bildung“ ruft Eltern dazu auf, die Streikmaßnahmen aktiv zu unterstützen und sich für bessere Rahmenbedingungen in den Berliner Kitas stark zu machen. Denn nur gemeinsam lässt sich ein nachhaltiger Wandel erreichen, der sowohl die Kinder als auch das pädagogische Personal entlastet und fördert.

Ricardo Bohn