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Weitere Verdächtige in Gewahrsam nach Kölner Terroralarm

Ein mutmaßlich für Silvester geplanter islamistischer Terroranschlag auf den Kölner Dom hält die Polizei in Atem. Drei weitere Verdächtige sind in Gewahrsam – und sollen Teil eines internationalen Netzes sein.

Polizisten mit Maschinenpistolen stehen vor dem Kölner Dom. Nach dem Terroralarm für das Gotteshaus sind drei weitere Verdächtige festgesetzt worden.
Foto: Thomas Banneyer/dpa

Nachdem es eine Terrorwarnung für den Kölner Dom gab, wurden am Sonntag drei weitere Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen fanden in Duisburg, Herne und in Nörvenich im Kreis Düren statt. Auch Wohnungen wurden dort durchsucht. Bei einer Pressekonferenz erklärte der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns, dass der Anschlag mit einem Auto geplant war.

Es wurde festgestellt, dass der Tadschike, der bereits am Heiligabend in Gewahrsam genommen wurde, Teil eines größeren Netzwerks ist, das sich auch auf andere Bundesländer und europäische Staaten erstreckt.

Die Polizei hatte kurz vor Weihnachten Hinweise auf einen möglichen islamistischen Anschlagsplan auf den Kölner Dom erhalten, der sich auf Silvester bezog. Der 30-jährige Tadschike war daraufhin an Heiligabend in Wesel «zur Gefahrenabwehr» in Gewahrsam genommen worden als Spezialeinheiten eine Wohnung durchsuchten. Er wird verdächtigt, die Kathedrale ausgespäht zu haben.

Reul: «Islamistischer Terror auf deutschen Straßen als Gefahr vorhanden»

Mit Blick auf die neuesten Ingewahrsamnahmen sprach Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) von einem «Erfolg». Islamistische Extremisten seien derzeit aktiver als sonst. «Die Polizei bemüht sich immer, ein paar Schritte voraus zu sein.» Die etwa 1000 Polizisten, die an Silvester rund um den Dom im Einsatz seien, täten alles, um die Sicherheit der Feiernden zu gewährleisten. Einsatzleiter Frank Wißbaum sagte, auch die Tiefgarage unter dem Dom sei durchsucht worden – es sei aber nichts gefunden worden. Dabei seien Sprengstoffspürhunde im Einsatz gewesen. Seit dem frühen Morgen werde auch die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage kontrolliert.

Reul sagte der Deutschen Presse-Agentur, es verwundere nicht, dass ein so herausragendes christliches Bauwerk wie der Kölner Dom in den Fokus islamistischer Terroristen gerate. «Das hat keinen überrascht.» Es gebe immer eine abstrakte Anschlagsgefahr. «Islamistischer Terror ist nach wie vor auf deutschen Straßen als Gefahr vorhanden», sagte Reul. «Das haben wir oft verdrängt. Und immer, wenn so ein punktuelles Ereignis ist, sind wir wieder alle sehr elektrisiert.» Es wäre aber falsch, dann in Panik zu geraten, so Reul. «Ich sage: Feiert! Benehmt euch! Passt auf – und genießt den Übergang ins neue Jahr!»

Am Freitag hatte die Polizei strenge Schutzmaßnahmen für den Dom und die Umgebung in der Silvesternacht angekündigt. Dazu gehörte der Einsatz von Polizistinnen und Polizisten mit Maschinenpistolen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bereits zuvor für die Weihnachtsfeierlichkeiten verstärkt worden. Der Dom war vorerst für Touristen geschlossen, es fanden nur Gottesdienste statt.

Die Sicherheitsbehörden hatten vor Weihnachten neben dem Hinweis auf den möglichen Anschlagsplan in Köln auch einen Hinweis auf einen möglichen geplanten Anschlag auf eine Kirche in Wien erhalten. Die Polizei in Wien hat ebenfalls die Sicherheitsmaßnahmen zu Weihnachten erhöht. Am 23. Dezember nahm der österreichische Verfassungsschutz vier Personen fest. Für zwei Männer und eine Frau wurde in den Weihnachtstagen Untersuchungshaft angeordnet. Vor einigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass gegen sie wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung in Verbindung mit terroristischen Straftaten ermittelt wird.

dpa