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Deutschland verzeichnet weniger Wanderungsüberschuss, aber weiterhin hohe Nettozuwanderung

Der Zustrom ukrainischer Flüchtlinge sinkt, während Zuzüge aus der Türkei steigen. Nettoabwanderung bei Deutschen seit 2005.

Der Zustrom ukrainischer Flüchtlinge ist rückläufig.
Foto: Soeren Stache/dpa

Im vergangenen Jahr sind etwa 663.000 Menschen mehr nach Deutschland gekommen als fortgezogen. Dieser Wanderungsüberschuss hat sich im Vergleich zu 2022 mehr als halbiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Der rückläufige Zustrom ukrainischer Flüchtlinge ist vor allem dafür verantwortlich. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 75 Prozent weniger Menschen aus der Ukraine nach Deutschland, wie das Bundesamt berichtete. Während 2022 etwa 1.098.000 Ukrainerinnen und Ukrainer zugezogen waren, waren es 2023 nur noch 276.000 Menschen.

Im Jahr 2022 gab es mit insgesamt rund 1.462.000 mehr Zuzügen als Fortzügen den höchsten Wanderungsüberschuss seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950. Die Nettozuwanderung im Jahr 2023 bewegte sich jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau, wie das Bundesamt erklärte. Dieser Wert wurde nur in den Jahren 2015 und 1992 übertroffen.

Verglichen mit dem Vorjahr gab es 2023 laut Statistik auch weniger Zuzüge aus Rumänien (minus 7 Prozent) sowie aus Bulgarien (minus 14 Prozent). Hingegen stieg die Zahl der Personen aus der Türkei mit einem Plus von 56 Prozent deutlich an. Insgesamt trugen hauptsächlich Europäer zur Nettozuwanderung bei, gefolgt von Menschen aus Asien und Afrika. Die Zahl der Zuzüge aus Syrien stieg unter den asiatischen Ländern um rund die Hälfte auf 102.000, während für Afghanistan ein Rückgang um 12 Prozent auf 49.000 verzeichnet wurde.

Beliebt: Schweiz, Österreich, USA

Laut Angaben des Bundesamtes verzeichnet Deutschland seit 2005 eine Nettoabwanderung. Im Jahr 2023 war der Wanderungsverlust gegenüber dem Ausland mit 74.000 deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern jedoch geringer als im Vorjahr (minus 83.000 Personen). Die Hauptzielländer waren wie in den Vorjahren die Schweiz, Österreich und die USA. Im Jahr 2023 wurden 21.000 Deutsche in die Schweiz, 13.000 nach Österreich und 9.000 in die USA umgesiedelt, so das Bundesamt.

In die Wanderungsstatistik werden Zu- und Fortzüge berücksichtigt, die von den Meldebehörden registriert wurden. Das Bundesamt erklärte, dass auch bei wiederholten An- oder Abmeldungen innerhalb des Berichtszeitraums mehrere Zuzüge beziehungsweise Fortzüge erfasst werden. Wenn sich Personen nach der Einreise nicht bei den deutschen Meldebehörden anmelden oder vor der Ausreise nicht abmelden, führt dies zu einer Untererfassung.

dpa