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Millionen im Sudan von Hunger bedroht,Humanitäre Krise erreicht neue Dimensionen. 90% der Bedürftigen unzugänglich für Hilfsorganisationen.

Genehmigungen für Hilfslieferungen widerrufen, Menschenleben gefährdet. 1 Mio. Menschen auf Lieferungen angewiesen.

Alltag in Khartum: Rauch steigt nach anhaltenden Kämpfen in der Hauptstadt über Dächern auf.
Foto: Marwan Ali/AP/dpa

Der Konflikt zwischen der Armee und Paramilitärs im Sudan hat die weltweit größte Vertreibungskrise ausgelöst. Jetzt droht er nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) auch zur weltweit größten Hungerkrise zu werden. Mehr als 25 Millionen Menschen hungerten im Sudan sowie in den Nachbarstaaten Südsudan und Tschad, in die sie geflüchtet seien, teilte das WFP mit.

«Vor 20 Jahren war Darfur die größte Hungerkrise der Welt und die Weltgemeinschaft ist zusammengekommen, um zu handeln. Aber heute sind die Menschen im Sudan vergessen worden», warnte WFP-Exekutivdirektorin Cindy McCain. Derzeit befänden sich 90 Prozent der Menschen, die dringend Nahrungsmittelhilfe benötigten, in für Hilfsorganisationen unzugänglichen Gebieten. Millionen von Menschenleben seien gefährdet, so McCain.

Seit fast einem Jahr gibt es Kämpfe

Laut dem WFP haben die Behörden die Genehmigungen für grenzüberschreitende Lastwagenkonvois widerrufen. Daher mussten Lieferungen vom benachbarten Tschad in die angrenzende Darfur-Region des Sudan eingestellt werden. Mehr als eine Million Menschen dort sind seit Monaten auf diese Lieferungen angewiesen.

Seit fast elf Monaten kämpft die Armee in dem nordostafrikanischen Land mit rund 44 Millionen Einwohnern gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Armee und RSF hatten im Jahr 2021 gemeinsam geputscht, waren aber später über die Machtverteilung zerstritten, was am 15. April 2023 zu einem gewaltsamen Konflikt führte.

Gemäß den Angaben der UN sind seit dem Beginn der Gewalt etwa acht Millionen Menschen innerhalb des Landes geflohen oder vertrieben worden – dies ist derzeit die höchste Zahl weltweit in einem Konflikt. Mindestens 14.600 Menschen wurden bisher getötet. Beiden Seiten werden schwere Verbrechen gegen die Menschenrechte vorgeworfen.

dpa