Ab dem Schuljahr 2026/27 müssen an bayerischen Schulen bei Abschlussfeiern mindestens zwei Hymnen gespielt werden, darunter die Bayernhymne. Das Kultusministerium sieht darin eine Möglichkeit, Identität und Zusammenhalt zu fördern.
Wie beeinflusst die Hymnenpflicht ab nächstem Schuljahr die bayerischen Schulen?

Neue Regelung für Abschlussfeiern in Bayern
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird in Bayern eine Pflicht zur Aufführung von Hymnen bei Abschlussfeiern an staatlichen Schulen eingeführt. Diese Entscheidung wurde vom bayerischen Kultusministerium bekannt gegeben und ist eine Umsetzung eines Vorstoßes der CSU, der jedoch auf gemischte Reaktionen stößt.
Details zur Hymnenpflicht
Wie das Kultusministerium mitteilte, müssen bei den Abschlussfeiern mindestens zwei Hymnen gespielt werden. Eine dieser Hymnen muss die Bayernhymne sein, während die zweite Wahl zwischen der deutschen Nationalhymne und der Europahymne besteht. Zudem sollen die drei Hymnen auch im Unterricht präsenter werden, um die Identität und den Zusammenhalt im Freistaat zu fördern.
Politische Unterstützung und Kritik
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der sich bereits zu Beginn des Jahres für die Einführung der Hymnenpflicht ausgesprochen hatte, sieht die Maßnahme als wichtiges Element zur Stärkung des Heimatgefühls. Auf einem Parteitag der CSU im Dezember wurde einstimmig für die Forderung der Jungen Union gestimmt, Hymnen bei gesellschaftlichen Anlässen wie Schul- und Berufsabschlüssen verpflichtend zu spielen. Ursprünglich wollte die CSU alle drei Hymnen zur Pflicht machen.
„Wir bekennen uns zu unserem Land, wir stehen zu unserem Land, und wir lieben auch unser Land“, sagte Söder in einem Video. Er betonte, dass es „selbstverständlich“ sei, dass Schülerinnen und Schüler mindestens einmal im Jahr die Hymnen singen sollten. „Ein Volk ohne Patriotismus ist wie ein Volk ohne Seele“, fügte er hinzu.
Reaktionen aus der Bildungspolitik
Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz von den Freien Wählern äußerte sich zurückhaltend zu der Regelung. Sie betonte, dass es wichtig sei, die Hymnen an Schulen präsenter zu machen, jedoch nicht zwingend bei jedem Anlass. „Wie und auf welchen Wegen möchte ich gerne mit der Schulfamilie diskutieren“, erklärte sie im Dezember. Es sei entscheidend, dass die Werte, die mit den Hymnen verbunden sind, von den jungen Menschen verstanden und verinnerlicht werden.
Auch Lehrerverbände haben die Einführung der Hymnenpflicht kritisch betrachtet. Ein Vertreter einer Gewerkschaft bezeichnete die Idee als „Schnapsidee“ und äußerte Bedenken hinsichtlich der Umsetzung.
Zusammenfassung
- Ab dem Schuljahr 2026/27 müssen bei Abschlussfeiern an bayerischen Schulen mindestens zwei Hymnen gespielt werden.
- Eine Hymne muss die Bayernhymne sein, die zweite kann zwischen der deutschen Nationalhymne und der Europahymne gewählt werden.
- Die Maßnahme soll die Identität und den Zusammenhalt im Freistaat fördern.
- Politische Unterstützung kommt von Ministerpräsident Markus Söder, während es auch kritische Stimmen aus der Bildungspolitik gibt.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Von Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=164753440








