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Wie gestalten sich die Pläne für Deutschlands erste Störsatelliten im Jahr 2027?

Die Bundeswehr plant für 2027 den Start von vier deutschen Testsatelliten, um militärische Störfähigkeiten im Weltraum zu erproben. Das Vorhaben stößt auf gemischte Reaktionen, während die Regierung die strategische Unabhängigkeit im All betont.

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Erste deutsche Störsatelliten sollen 2027 starten
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Deutschland hat das Ziel, im Bereich der militärischen Raumfahrt aktiv zu werden. Berichten von WDR, NDR und anderen Quellen zufolge sollen bereits 2027 vier deutsche Testsatelliten ins All gebracht werden, um die Fähigkeiten zur Störung anderer Satelliten zu testen.

Strategische Weichenstellung im Weltraum

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bestrebungen Deutschlands, sich als bedeutende Weltraummacht zu etablieren, eindringlich hervorgehoben. Er verdeutlichte, dass der Weltraum nicht nur für die nationale Sicherheit eine zentrale Rolle spielt, sondern auch zunehmend wirtschaftliche Dimensionen annimmt. Um diese Ambitionen zu realisieren, plant das Verteidigungsministerium, unverzüglich Satelliten mit militärischen Offensivfähigkeiten zu starten. Diese Informationen stammen aus vertraulichen Dokumenten, die dem Verteidigungsausschuss des Bundestages vorgelegt wurden.

Neues Testprogramm für Satelliten

Das Testprogramm mit dem Titel „Responsive Launch Demonstration“ stellt einen Wendepunkt in der deutschen Raumfahrtstrategie dar. Es sieht vor, dass deutsche Satelliten die Fähigkeit entwickeln, andere Satelliten auszuspionieren und zu stören. Dabei könnten elektromagnetische Angriffe, auch als „Jamming“ oder „Spoofing“ bekannt, eingesetzt werden, um die Aufklärungskapazitäten der fremden Satelliten zu beeinträchtigen.

Technologische Unabhängigkeit anstreben

Das Verteidigungsministerium hat den Plan gefasst, sowohl Satelliten als auch Raketentechnologie von deutschen Herstellern einzusetzen. Ziel ist es, zu zeigen, dass solche Weltraumprojekte vollständig auf die deutsche Industrie gestützt werden können. Dieses Vorhaben erfolgt vor dem Hintergrund, dass Deutschland die Abhängigkeit von anderen Ländern, insbesondere den USA, reduzieren möchte.

Auftrag an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Für die Umsetzung des Testprogramms wurde das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beauftragt. Geplant ist die Beschaffung und der Start von zwei „Inspektorsatelliten“, die für Aufklärungszwecke genutzt werden, sowie zwei „Effektorsatelliten“, die für Störmaßnahmen vorgesehen sind. Die Störfähigkeiten sollen zunächst an den eigenen Satelliten erprobt werden.

Ambitionierter Zeitplan

Der Zeitrahmen für dieses Projekt ist ausgesprochen ehrgeizig. Dokumente zufolge sollen die Grundlagen für reaktionsschnelle Satellitenstarts bis 2029 gelegt werden, um in den Satellitenbetrieb einzutreten. Das Ministerium möchte demonstrieren, dass es möglich ist, Satelliten innerhalb eines kurzen Zeitfensters zu beschaffen und sicher in den Orbit zu starten.

Bestätigung des Vorhabens durch das Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium hat das Vorhaben offiziell bestätigt und betont, dass keine langwierigen Forschungsprojekte initiiert werden sollen. Der Schwerpunkt liegt darauf, bestehende Technologien in ein funktionierendes Gesamtsystem zu integrieren und dies innerhalb von weniger als zwölf Monaten umzusetzen. Die Test-Satelliten sollen im All miteinander interagieren, wobei eine Beeinflussung Dritter ausgeschlossen ist.

Kritik aus der Opposition

Das Projekt trifft auf Widerstand von Seiten der Opposition. Desiree Becker, Bundestagsabgeordnete der Linken, äußerte Bedenken, dass das Verteidigungsministerium heimlich offensive Systeme im Weltraum aufbauen wolle, die Funktionen übernehmen könnten, die auch Russland ausführt. Koalitionspolitiker hingegen unterstützen das Vorhaben und betonen die Notwendigkeit, die militärischen Fähigkeiten im Weltraum auszubauen.

Risiken und Herausforderungen

Bisher gab es keinen erfolgreichen Raketenstart mit einer deutschen Trägerrakete. Daher ist im Vertrag festgelegt, dass das Projekt auch scheitern darf. Der Startdienstleister ist nicht verpflichtet, eine Garantie für den Erfolg des Starts zu geben, sondern ist lediglich verpflichtet, ernsthaft um den Orbit der Satelliten zu bemühen.


Quellen: tagesschau, Süddeutsche Zeitung

Bildquelle: Pixabay auf Pexels

TS