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Witwe: Nawalny wurde in Russland vergiftet

Russlands bekanntester Oppositioneller starb 2024 in einem Gefängnis in Sibirien. Nun erneuert seine Witwe Julia Nawalnaja Mordvorwürfe – und nennt neue Details.

Kremlgegner Alexej Nawalny starb im Februar 2024 in einem russischen Gefängnis. (Archivbild)
Foto: Uncredited/AP/dpa

Der vor rund eineinhalb Jahren in russischer Haft verstorbene Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach Angaben seiner Witwe vergiftet worden. Labors in zwei Ländern hätten unabhängig voneinander die aus Russland geschmuggelten biologischen Proben Nawalnys untersucht, sagte Julia Nawalnaja in einem auf Youtube veröffentlichten Video. «Die Labors beider Länder sind zum Schluss gekommen: Alexej wurde umgebracht, konkret vergiftet.»

Nawalnaja hat nicht offenbart, welche Labore die sterblichen Überreste ihres Mannes untersucht haben und in welchen Ländern sie sich befinden. Die genauen Ergebnisse der Untersuchungen, wie etwa das verwendete Gift, hat sie nicht preisgegeben. Stattdessen forderte sie die Veröffentlichung der Laborberichte. Es war zunächst auch unklar, wer die Laboruntersuchungen in Auftrag gegeben hatte.

Nawalnaja erhob auch Vorwürfe an westliche Politiker. Diese hätten ihr gesagt, dass eine Veröffentlichung «aus politischen Erwägungen» verschoben werde. Es sei nötig, endlich klar zu benennen, mit welchem Gift Kremlchef Wladimir Putin Nawalny habe töten lassen, sagte sie.

Härtester Gegner Putins

Nawalny war der prominenteste Kritiker Putins in Russland. Im August 2020 entkam er nur knapp einem Giftanschlag mit Nowitschok, für den er später den russischen Geheimdienst FSB verantwortlich machte. Auf Bitte von Nawalny wurde er nach Deutschland gebracht und in der Berliner Charité behandelt.

Die russischen Behörden nahmen den Politiker direkt nach seiner Rückkehr im Januar 2021 nach Russland fest. Ihm wurde zunächst der Verstoß gegen Meldeauflagen aus einem früheren Verfahren vorgeworfen. Später initiierte die russische Justiz weitere Verfahren – unter anderem wegen Extremismus – und verurteilte ihn zu einer langen Haftstrafe. Im Ausland wurden die Verfahren gegen Nawalny als politisch motiviert kritisiert. Zuletzt saß er in einem Gefängnis nördlich des Polarkreises, wo er im Februar 2024 starb.

Die offizielle Erklärung der russischen Behörden lautete, dass der damals 47-Jährige eines natürlichen Todes gestorben sei. Kritiker Russlands – und auch zahlreiche westliche Regierungen – vermuten hingegen, dass es sich um eine gezielte Tötung handelte.

dpa