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Wo sind Garweg und Staub?

Seit drei Monaten sitzt die frühere Terroristin und mutmaßliche Räuberin Daniela Klette in Untersuchungshaft. Das Landeskriminalamt Niedersachsen ist zuversichtlich, auch ihre Komplizen zu fassen.

Ein Polizeiwagen steht vor der Wohnung der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette (Archivbild).
Foto: Hannes P Albert/dpa

Nach drei Monaten seit der Festnahme der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette haben Hunderte von Hinweisen zu ihren früheren Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub die Ermittler erreicht.

Die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen waren Anfang März dicht dran an Garweg und beschlagnahmten in Berlin-Friedrichshain den Bauwagen, in dem der 55-Jährige unter dem Decknamen Martin gelebt hatte. Das LKA teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Hannover mit, dass 431 Hinweise zu Garweg und weitere 327 Hinweise zu Staub registriert wurden. Auch Klette hatte bis zu ihrer Festnahme am 26. Februar in einer Berliner Wohnung mit falscher Identität gelebt.

94 Hinweise zu Hunden

Am 2. März wurden neue Fotos veröffentlicht, die den gesuchten Garweg mit seinen Hunden zeigen. Laut LKA gingen seitdem 94 Hinweise zu den Hunden ein. Die Ermittler haben sowohl in Klettes Wohnung als auch auf dem Bauwagengelände Hunderte Beweismittel beschlagnahmt – die Auswertung dauert den Ermittlern zufolge noch an.

Das Trio Klette, Garweg und Staub gehört zur sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Rote Armee Fraktion. Im Jahr 1998 erklärte sich die RAF, die über 30 Menschen getötet hat, für aufgelöst. Klette befindet sich in Untersuchungshaft im Frauengefängnis in Vechta, Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen die 65-Jährige wegen des Verdachts auf Raubüberfälle. Ein Behördensprecher sagte, dass die Staatsanwaltschaft auch prüft, ob ein möglicher Schusswaffengebrauch von Klette als Mordversuch betrachtet wird.

«Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir die beiden Gesuchten Garweg und Staub festnehmen werden», sagte Friedo de Vries, Präsident des Landeskriminalamtes Niedersachsen, der dpa. «Es gibt weiterhin Ermittlungsansätze, die es konsequent zu verfolgen gilt.» Von einer «heißen Spur» wollte der LKA-Präsident aktuell aber nicht sprechen. «Wir gehen weiter konzentriert und beharrlich jedem sich bietenden Ansatz nach und werden nicht locker lassen. Und dabei wissen wir heute deutlich mehr über die Gesuchten, als in den vielen Jahren der Fahndung zuvor», sagte de Vries. 

Für Klette ist Landgericht Verden zuständig

Laut Behörden ist das Landgericht Verden im Falle einer Anklage gegen Klette zuständig. Dies wurde auf Anfrage der dpa von der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht bestätigt. Die Ermittlungen gegen Klette sind noch nicht abgeschlossen, aber es wird prognostiziert, dass eine Anklage erhoben wird.

«Aufgrund der Möglichkeit einer Anklageerhebung beim Landgericht Verden befindet sich das Landgericht in der Analyse einer potenziellen Gefährdungslage», sagte ein Sprecher des Gerichts. Es könne gegenwärtig nicht gesagt werden, in welchen Räumen ein mögliches Verfahren geführt würde. 

dpa