Zahl neuer Asylanträge im Februar um fast 19% niedriger als im Vorjahr – niedrigste Zahl seit September 2022.
Deutlicher Rückgang bei Asylanträgen in Deutschland

Die Anzahl der neuen Asylanträge in Deutschland ist im Februar signifikant gesunken. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg lag die Zahl der Erstanträge bei 19.494, was einem Rückgang um 18,9 Prozent im Vergleich zum Februar 2023 und um 26,1 Prozent weniger als im Januar entspricht.
Im Januar und Februar 2023 haben insgesamt 54.333 Menschen in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl gestellt. Im Januar und Februar dieses Jahres waren es 47.090, was 7.243 weniger sind als im Vorjahr, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Statistik des Bundesamtes hervorgeht. Die Anzahl der Erstanträge im Februar ist die niedrigste in einem Monat seit September 2022.
Faesers Gründe für den Rückgang
«Wir haben wirklich jetzt mehr getan in den letzten Monaten als in den letzten Jahren, um zu einer doch starken Begrenzung der irregulären Migration zu kommen», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu zählten die geplante Reform der Gemeinsamen Europäischen Asylpolitik, nationale Gesetzesänderungen – etwa zur Erleichterung von Abschiebungen – sowie die Anordnung zusätzlicher Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz im vergangenen Oktober.
Auf die Frage, wie lange diese zunächst bis Mitte Juni geplanten Kontrollen noch fortgesetzt werden sollen, sagte die Ministerin: «Sie werden zumindest so lange notwendig sein, wie wir keine anderen Begrenzungsmöglichkeiten haben.» Nur die auf EU-Ebene geplanten Reformen mit Verfahren an den Außengrenzen für bestimmte Gruppen und einer anderen Verteilung könnten die Zahl der unerlaubten Einreisen dauerhaft senken. «Wir hoffen, dass das schneller geht, als wir alle denken», sagte Faeser. Die Kommission werde im Mai einen Umsetzungsplan vorlegen.
Starker Rückgang von Menschen aus Afghanistan
Etwa 60 Prozent der seit Jahresbeginn gestellten Asylanträge kamen aus den drei Hauptursprungsländern Syrien, Afghanistan und der Türkei. 14.024 Erstantragsteller kamen allein aus Syrien, was einem Rückgang von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Erstanträge von Afghanen sanken um 38,9 Prozent von 10.924 auf 6679. Hingegen stiegen die Anträge von Türken von 6809 im Vorjahr auf 7649. Im Jahr 2024 waren laut Angaben des Bundesamtes 2786 Erstantragsteller in Deutschland geborene Kinder im Alter von weniger als einem Jahr.
Im ersten Quartal wurden laut Bundesamt insgesamt 54.705 Erstanträge entschieden. Die Anerkennungsquote für Anträge aus Syrien lag bei 86,5 Prozent, während sie für Antragsteller aus Afghanistan bei 67,1 Prozent lag. Nur 7,8 Prozent der Asylsuchenden aus der Türkei erhielten einen Schutzstatus. Insgesamt betrug die Schutzquote über alle Herkunftsländer hinweg 45 Prozent, was bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Asylbewerber abgelehnt wurden.








