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Zeichen der Entspannung zwischen Kiew und Minsk

Die Ukraine und Belarus sind einer Konfrontation aus dem Weg gegangen. Dafür hat der Kreml wieder harsche Worte an die Adresse Europas und der USA.

Lukaschenko sieht Entspannung. (Archivbild)
Foto: Sergey Savostyanov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Überraschende Entspannung an der Grenze zwischen der Ukraine und dem Russland-Verbündeten Belarus. Nach einem steten Truppenaufbau auf beiden Seiten der Grenze gab der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko bei einem Truppenbesuch Entwarnung und erklärte die Konfrontation für beendet. Er verwies nach Angaben der Staatsagentur Belta auf den Abzug ukrainischer Einheiten aus der Region. «Jetzt haben wir keine Komplikationen mit den Ukrainern, und ich hoffe, dass es auch keine geben wird», wurde er von Belta zitiert.

Zugleich kündigte Lukaschenko den Abzug von Einheiten an, die in den vergangenen Wochen an die ukrainisch-belarussische Grenze verlegt worden waren. Das Verteidigungsministerium in Minsk gab am Abend die entsprechenden Befehle an die betroffenen Verbände heraus. Dies geschehe auf Anweisung des Präsidenten, sagte Verteidigungsminister Viktor Chrenin. «Wir beginnen sofort mit der Erfüllung dieser Aufgabe.»

Laut Lukaschenko hatte er kürzlich die Grenzeinheiten verstärkt wegen angeblicher Truppenansammlungen auf der ukrainischen Seite der gemeinsamen Grenze und wegen angeblicher Provokationen. Kiew behauptete hingegen, dass lediglich die Verteidigungspositionen entlang der Grenze ausgebaut wurden.

Zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Belarus den Einsatz russischer Einheiten von seinem Gebiet aus erlaubt.

Kremlsprecher: «Potenzielle Opfer sind die Hauptstädte» 

Der Kreml drohte dem Westen unterdessen indirekt mit einer harten Reaktion auf die geplante Stationierung weitreichender US-Waffen in Europa. «Natürlich» werde Moskau auf diese Stationierung antworten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die entsprechende Frage eines russischen Fernsehjournalisten. «Es gab immer die paradoxe Situation: Die USA haben Raketen verschiedener Reichweiten und Kaliber stationiert, und diese traditionell immer gegen unser Land ausgerichtet.» Russland wiederum habe seine Raketen gegen Ziele in Europa ausgerichtet.

«Unser Land steht im Fadenkreuz amerikanischer Raketen in Europa», wurde Peskow weiter von der Staatsagentur Tass zitiert. «Wir haben das alles schon einmal durchgemacht, es gab das schon einmal.» Doch Russland habe die Fähigkeit zur Abschreckung dieser Raketen. «Aber das potenzielle Opfer sind die Hauptstädte dieser Staaten», fügte er drohend hinzu.

Kiew greift mit Drohnen an

Das ukrainische Militär gab jedoch bekannt, dass ein neuer Angriff auf ein Treibstofflager in Russland stattgefunden hat. Laut der ukrainischen Agentur Unian wurde das Lager im Bezirk Zimljansk in der Region Rostow am Don von Drohnen in Brand gesetzt, wie informierte Quellen berichteten.

Im Lager seien etwa 12.500 Kubikmeter Treibstoff in Brand geraten. Die Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden. Es gab keine Angaben von russischer Seite dazu.

«Die Drohnen des ukrainischen Sicherheitsdienstes setzen ihre Präzisionsangriffe gegen den Energiekomplex Russlands fort, der den Krieg gegen die Ukraine unterstützt», zitierte Unian einen namentlich nicht genannten Vertreter des Geheimdienstes. Die Ukraine habe in den vergangenen Wochen bereits knapp drei Dutzend Raffinerien und Treibstofflager auf russischem Gebiet angegriffen. 

Die Ukraine setzt Drohnen mit geringerer Sprengkraft gegen ausgewählte Ziele ein, da sie bisher keine weitreichenden Waffen aus westlichen Lieferungen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet nutzen darf.

Tote bei russischen Angriffen

Es gab mindestens vier Todesopfer bei einer Reihe von russischen Angriffen auf zivile Ziele im Osten und Süden der Ukraine. Laut ukrainischen Medienberichten starben zwei Personen bei einem Angriff auf die südukrainische Region Cherson.

Laut Militärverwalter Oleh Synjehubow kamen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben, während 22 weitere verletzt wurden. Die russischen Militärs hatten einen Bahnhof sowie Bahnanlagen dort beschossen.

dpa