Israels Verteidigungsminister warnt den Iran und seine Verbündeten vor einem heftigen Gegenschlag. Kann eine neue Verhandlungsrunde über einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg einen Durchbruch bringen?
Zivilisten zwischen den Fronten – wieder Angriffe in Gaza

Israel bereitet sich nach der Tötung eines Hamas-Führers weiterhin auf einen Vergeltungsschlag des Irans und seiner Verbündeten vor. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant warnte Teheran sowie die libanesische Hisbollah-Miliz vor einem heftigen Gegenschlag. «Wer uns auf eine Weise schadet, die es in der Vergangenheit nicht gegeben hat, wird wahrscheinlich auf eine Weise getroffen werden, die es in der Vergangenheit nicht gegeben hat», sagte Galant.
«Ich hoffe, dass sie dies durchdenken und nicht an einen Punkt gelangen, an dem sie uns dazu zwingen, erheblichen Schaden anzurichten und die Wahrscheinlichkeit eines Kriegsausbruchs an weiteren Fronten zu erhöhen», sagte der israelische Verteidigungsminister weiter. «Wir wollen das nicht, aber wir müssen vorbereitet sein.»
Nachdem ein Militärkommandeur der Hisbollah im Libanon und ein Anführer der mit der Organisation verbündeten islamistischen Hamas in Teheran getötet wurden, drohten der Iran und die Hisbollah mit massiver Vergeltung. Ismail Hanija, der Außenminister der Hamas, starb Ende Juli bei einer Explosion in einem Gästehaus der iranischen Regierung. Der Iran beschuldigt Israel, äußerte sich jedoch bisher nicht dazu. Die gezielte Tötung des Militärkommandeurs der Hisbollah beanspruchte Israel für sich.
Atom-U-Boot: USA verstärken Militärpräsenz in Nahost weiter
Das US-Militär verstärkt seine Präsenz im Nahen Osten indes weiter. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe die Verlegung des mit einem Atomantrieb ausgestatteten U-Boots «USS Georgia» befohlen, zudem sollen der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und seine Begleitschiffe ihren Transit in die Region beschleunigen, erklärte das Pentagon. Der Flugzeugträger mit seinen Kampfjets vom Typ F-35 komme zusätzlich zur bereits in der Region befindlichen Flugzeugträgergruppe «USS Theodore Roosevelt».
In einem Gespräch mit seinem israelischen Amtskollegen Galant habe Minister Austin angesichts der «eskalierenden regionalen Spannungen» nochmals die Verpflichtung der Vereinigten Staaten betont, «jeden möglichen Schritt zu unternehmen, um Israel zu verteidigen», erklärte das Pentagon weiter.
Die ebenfalls mit Atomreaktoren betriebenen gut 300 Meter langen Flugzeugträger des US-Militärs sind jeweils mit Dutzenden Kampfflugzeugen bestückt, in ihren Verbänden befinden sich zudem Zerstörer und andere Kriegsschiffe. Das rund 110 Meter lange U-Boot «USS Georgia» kann einer Webseite des US-Militärs zufolge mit bis zu 154 Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk bestückt sein.
Erneut Raketenangriffe aus dem Libanon
Trotzdem der Iran und seine Verbündeten bisher ihren großen Gegenschlag gegen Israel nicht durchgeführt haben, dauern die Angriffe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz an. Das israelische Militär gab bekannt, dass in der Nacht zum Montag etwa 30 Geschosse aus dem Libanon in Richtung des Ortes Kabri in der Nähe der Küstenstadt Naharija abgefeuert wurden. Es gab keine Verletzten. Einige der Geschosse schlugen auf offenem Gelände ein. Laut örtlichen Medien erklärte die Hisbollah, dass der Angriff mit Katjuscha-Raketen einem Militärstützpunkt galt.
Neue Verhandlungen über Waffenruhe
Am Donnerstag ist geplant, erstmals seit langem eine Verhandlungsrunde abzuhalten, um eine Feuerpause im seit zehn Monaten andauernden Gaza-Krieg sowie die Freilassung der in der Gewalt der Hamas verbliebenen Geiseln zu erreichen.
Zu den indirekten Gesprächen sind sowohl israelische Delegierte als auch Vertreter der Hamas geladen. Die kommende Runde soll in Kairo oder Doha stattfinden. Ob ein Team der Islamistenorganisation daran teilnehmen wird, ist noch unklar. In einer Erklärung hatte die Gruppe zuvor die Vermittler aufgefordert, einen Plan zur Umsetzung des bereits existierenden Vorschlags für ein Abkommen über eine Waffenruhe auszuarbeiten, «anstatt zu weiteren Verhandlungsrunden zu gehen» oder weitere Entwürfe zu unterbreiten.
Die USA, Ägypten und Katar vermitteln bei den indirekten Gesprächen, die seit Monaten schleppend verlaufen. Seit Mai kreisen sie um einen mehrstufigen Plan von US-Präsident Joe Biden, der am Ende eine dauerhafte Waffenruhe vorsieht. Außerdem sollen die Geiseln in der Gewalt der Hamas gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen ausgetauscht werden.
Laut einem Regierungssprecher in Berlin hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärt, dass nun der Zeitpunkt gekommen sei, das Abkommen zur Freilassung der Geiseln und eines Waffenstillstands final zu machen, mit dem Ziel einer regionalen Deeskalation.
Geisel-Mutter erhält Bericht zufolge Lebenszeichen ihrer Tochter
Die Hamas hält nach israelischer Schätzung noch 115 Geiseln im Gazastreifen, von denen viele bereits tot sein sollen. Die Familie einer jungen Soldatin habe ein Lebenszeichen der Frau bekommen, meldete die israelische Zeitung «Haaretz» unterdessen. «Sie und ihre Freunde, alle vier, leben», wurde die Mutter der Entführten zitiert. Die Familie wisse aber nicht, in welchem Zustand die Soldatin sei und wo genau sie festgehalten werde.
Es gibt Aufnahmen der Hamas, auf denen die entführte Frau und weitere Soldatinnen verängstigt, verletzt und teilweise blutüberströmt zu sehen sind.
Wieder Tote bei Angriffen im Gazastreifen
Nach dem verheerenden Luftangriff auf ein Schulgebäude, der international Entsetzen und Kritik ausgelöst hat, setzt die Armee Israels eigenen Angaben zufolge ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Fünf Menschen wurden dabei im gesamten Küstenstreifen getötet, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Israels Militär gab bekannt, in der Stadt Rafah im Süden des Gebiets Terroristen getötet zu haben. Allein am Samstag seien 30 Ziele der Hamas angegriffen worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Israels Armee hat die Bewohner eines Viertels im Norden von Chan Junis aufgefordert, das Gebiet vor einem neuen Militäreinsatz zu verlassen. Israel beschuldigt die islamistische Terrororganisation, die humanitäre Zone in diesem Bereich für Raketenangriffe auf israelische Orte genutzt zu haben. Chan Junis befindet sich im Süden des Gazastreifens.
Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Schulgebäude in der Stadt Gaza, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, sollen laut palästinensischen Angaben am Samstag Dutzende Menschen ums Leben gekommen sein. Israels Militär zweifelte an diesen Zahlen und bezeichnete das Gebäude als Kommandozentrale der Hamas.
«Die Berichte aus Gaza sind schrecklich. Dass Zivilisten getötet werden, die Schutz suchen, ist nicht hinnehmbar. Die wiederholten Angriffe der israelischen Armee auf Schulen müssen aufhören und rasch aufgeklärt werden», schrieb das Ressort von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Sonntag auf der Plattform X.
Das Leid der Frauen, Männer und Kinder, die seit Monaten vor den Kämpfen in Gaza flüchten, ist unermesslich. Sie dürfen nicht weiter in die Fronten geraten, die Hamas darf sie nicht als Schutzschilde missbrauchen.
Laut israelischen Angaben wurde bei einem Anschlag im von Israel besetzten Westjordanland ein Israeli getötet. Die Hamas-Militärorganisation beanspruchte die Verantwortung für den Angriff.
„Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Konferenzsaal des Hotels.“
„Die Veranstaltung findet am 15. Juli um 10 Uhr im Konferenzraum statt“, sagte der Manager.








