Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Zu wenig Grün: Viele Städte fallen im Hitze-Check durch

Wo viel asphaltiert ist, wird es im Sommer schnell unerträglich heiß. Hohe Bäume und Grünflächen können helfen. Doch gibt es davon genug?

Besonders alte Bäume können laut Umwelthilfe für Abkühlung in den Städten sorgen. (Archivbild)
Foto: Andreas Arnold/dpa

Viele Städte schützen ihre Bewohner nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe nicht gut vor sommerlicher Hitze. Hier gibt es einer Untersuchung zufolge zu wenig Bäume und Hecken und zu viel versiegelte Fläche. Die Städte entwickelten sich dadurch zu «Hitze-Höllen», kritisiert die Lobbyorganisation. «Der anhaltende Trend zu mehr Beton und weniger Grün ist alarmierend», hieß es. 

Bei ihrem Hitze-Check analysierte die Umwelthilfe Satellitendaten und verglich die Versiegelung und Grünflächen von 190 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern. Das Ergebnis: 24 Städte schnitten in beiden Kategorien schlecht ab, während weitere 82 Städte zumindest in einer Kategorie schlecht abschnitten. Gleichzeitig vergab die Umwelthilfe jedoch auch 84 grüne Karten an Städte mit wenig Versiegelung und viel kühlendem Grün.

Berlin beim Hitzeschutz vergleichsweise gut

Besonders schlecht schnitten Städte im Süden Deutschlands ab, konkret Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz), Heilbronn (Baden-Württemberg), Regensburg (Bayern), Worms, Mainz (beide Rheinland-Pfalz), Ludwigsburg (Baden-Württemberg) und Ingolstadt (Bayern). Als vorbildlich dagegen stufte die Umwelthilfe zum Beispiel Detmold, Ratingen (beide Nordrhein-Westfalen), Potsdam (Brandenburg), Jena (Thüringen) und Hattingen (NRW) ein. Auch Berlin schnitt mit Platz 21 vergleichsweise gut ab – deutlich besser als Hamburg, München oder Frankfurt.

Die Umwelthilfe betonte, dass angesichts des Klimawandels Grünflächen und unversiegelte Böden, wo Wasser versickern könne, besonders wichtig seien. Noch effektiver als Rasenflächen seien jedoch Bäume, Büsche und Wiesen. Besonders große Bäume hätten einen kühlenden Effekt. Die Organisation fordert die Bundesregierung auf, bundesweite Standards für die Begrünung zum Beispiel von Schulhöfen vorzuschreiben.

Regierung erarbeitet Strategie

Bauministerin Klara Geywitz hat gerade erst eine Strategie zum Schutz vor Hitze vorgelegt. Darin werden ebenfalls mehr Parks, Straßenbäume und grüne Dächer empfohlen. Damit Pflanzen in längeren Trockenperioden nicht vertrockneten, müssten Flächen geschaffen werden, wo Regen versickern könne. «Wer frisches Geld aus unseren Förderprogrammen will, muss Klimaanpassung mitdenken und nachweisen», hatte Geywitz zudem erklärt. Gefördert werde zum Beispiel, dass Flüsse von Beton befreit sowie betonierte Plätze aufgegraben und begrünt werden.

Der Sozialverband Deutschland bezeichnete dies als einen wichtigen ersten Schritt. Insbesondere ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und Bewohner von schlecht isolierten Wohnungen sollten besser geschützt werden. Jetzt müssten Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen.

dpa