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Zwei Jahre Ukraine-Krieg: Opfer, Kosten und Waffen

Zehntausende Menschen sind ihm bereits zum Opfer gefallen. Der Krieg in der Ukraine hat Milliarden Euro gekostet. Ein Ende ist weiter nicht in Sicht.

Der Krieg in der Ukraine jährt sich zum zweiten Mal.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Am Samstag (24. Februar) wird der großflächige Überfall Russlands auf die Ukraine zum zweiten Mal jähren. Zahlen und Fakten zum Krieg:

Zivile Opfer

Laut den Vereinten Nationen (UN) sind in der Ukraine mindestens 10.000 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter mehr als 570 Kinder. Etwa doppelt so viele Menschen wurden verletzt. Vier von fünf Opfern wurden in den von der Regierung kontrollierten Gebieten registriert, die restlichen in den von Russland besetzten Gebieten.

Getötete Soldaten

Die genauen Verluste unter Militärangehörigen werden von beiden Seiten geheim gehalten. Laut US-Schätzungen vom Sommer 2023 gibt es 70.000 tote ukrainische und 120.000 tote russische Soldaten. Mitte Februar schätzt das US-Verteidigungsministerium die Anzahl getöteter oder verwundeter russischer Soldaten auf 315.000.

Flucht und Vertreibungen

Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) zeigen, dass seit Beginn des Krieges rund 6,5 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen sind. Weitere 3,7 Millionen wurden innerhalb des Landes gewaltsam vertrieben. Laut aktuellen UNHCR-Erhebungen planen 65 Prozent der Geflohenen, eines Tages in die Ukraine zurückzukehren. Etwa ein Zehntel hat keinerlei Hoffnung darauf.

Gebiete

Russland hat bislang größere Gebiete im Osten und Südosten der Ukraine erobert. Knapp 20 Prozent des Landes, einschließlich der Schwarzmeer-Halbinsel Krim, sind besetzt. Im September 2022 erklärt Moskau gegen das Völkerrecht vier Regionen im Osten und Süden der Ukraine zu russischem Staatsgebiet: Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson. Derzeit erstreckt sich die Frontlinie über etwa 1000 Kilometer.

Zerstörungen und Schäden

Bis zum Ende des Jahres 2023 wurde in der Ukraine ein direkter Schaden von mindestens 152 Milliarden US-Dollar (ca. 142 Mrd. Euro) verursacht. Dies geht aus einem Bericht der ukrainischen Regierung, der Weltbank und den Vereinten Nationen hervor. Etwa 8400 Kilometer Autobahnen, Schnellstraßen und andere Nationalstraßen, über 200 Bahnhöfe und 150 Eisenbahnbrücken wurden beschädigt. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau werden derzeit auf mindestens 486 Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren geschätzt.

Kriegskosten

Das US-Verteidigungsministerium schätzt Mitte Februar die bisherigen Kriegskosten Russlands auf 211 Milliarden US-Dollar (ungefähr 195 Mrd Euro) für die Ausrüstung, den Einsatz und die Aufrechterhaltung der Militäroperationen. Im russischen Haushalt 2024 sind etwa 111 Milliarden Euro für Verteidigung vorgesehen. Laut dem Pentagon beläuft sich der Schaden für Moskau auf 1,3 Billionen Dollar aufgrund des niedriger als erwarteten Wirtschaftswachstums bis 2026. Experten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (ifw) schätzen, dass der Krieg für die Ukraine bis 2026 zu einem Verlust der Wirtschaftskraft von etwa 120 Milliarden Dollar führen wird. Kiew plant 2024 mit einem Wehretat von mehr als 40 Milliarden Euro.

Hilfen für die Ukraine

Laut ifw-Angaben wurden weltweit zwischen dem 24. Januar 2022 und dem 15. Januar 2024 humanitäre, militärische und finanzielle Hilfeleistungen an die Ukraine in Höhe von mehr als 250 Milliarden Euro bewilligt: rund 144 Milliarden Euro von den Staaten und Institutionen der EU, 68,7 Milliarden von den USA und der Rest aus anderen Geberländern. Estland, als Russland-Anrainer, führt im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung: Es hat finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 4,1 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts übernommen. Die deutschen Hilfeleistungen für die Ukraine entsprechen etwa 1,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, während es bei den USA 0,3 Prozent sind.

Waffenlieferungen an Kiew

Laut ifw leisten die USA bisher den größten Beitrag zur Militärhilfe mit 42,2 Milliarden. Deutschland folgt mit mindestens 17,7 Milliarden Euro, was etwa einem Drittel der gesamten militärischen Verpflichtungen der EU entspricht. Bisher hat Deutschland Flugabwehr-Systeme wie Iris-T SLM, Patriot und den Flakpanzer Gepard geliefert, sowie Gefechtsfahrzeuge wie den Schützenpanzer Marder und den Kampfpanzer Leopard, sowie Artilleriesysteme wie MARS II und die Panzerhaubitze 2000. Die Ukraine wünscht sich außerdem die Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Taurus.

EU-Sanktionen gegen Moskau

Die 13 EU-Sanktionspakete gegen Russland umfassen Strafmaßnahmen gegen etwa 2000 Personen und Organisationen, einschließlich des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des Außenministers Sergej Lawrow. Diese Personen dürfen nicht geschäftlich tätig werden, sind von Vermögenssperren betroffen und dürfen nicht in die EU einreisen. Der Import von Diamanten, Rohöl, Kohle, Stahl, Gold, Kaviar, Wodka und Luxusgütern aus Russland in die EU ist untersagt. Darüber hinaus dürfen Maschinen, Motoren, Kräne, Schaufellader oder Betonmischer nicht mehr dorthin exportiert werden.

Der Export von Bauteilen, die für Raketen oder Kampfhubschrauber verwendet werden können, ist ebenfalls untersagt. Dazu gehören Halbleiter, Speicherchips, Navigationstechnologie und Kugellager.

dpa